Wer kann davon leben und lernen?

Meldung der Brucker SZ vom 19.12.17: Mehr Geld für Sozialhilfebezieher. Ein erwachsener Sozialhilfebezieher, der im Landkreis Fürstenfeldbruck wohnt, erhält … vom 1. Januar an 437 Euro im Monat. Die gesetzmäßig zu zahlende Summe liegt bei 416 Euro und damit 21 Euro niedriger.
Meldung der Brucker SZ vom 19.12.17: Finanzielle Hilfe für die Einschulung – Aktion Schultüte unterstützt Familien mit geringem Einkommen … das benötigte Schulmaterial mit Schulranzen, Heften, Füller und Stiften sowie Turnsachen zu erwerben … 250 Euro … das ist weit mehr als die Hälfte des monatlichen Hartz-IV-Regel-Satzes für Alleinstehende. Nach Ansicht der Organisatoren der Aktion Schultüte „reichen die gesetzlichen Leistungen für den Schulstart trotz Schulstarterpaket und Anhebung der Regelsätze bei Weitem nicht aus“. Deshalb haben die Vereine Diakonisches Werk Fürstenfeldbruck, Sozialdienst Germering, ISB und Aufrechter Gang 2008 für finanziell schwache Familien die Aktion Schultüte initiiert … Mehr als die Hälfte der Familien war alleinerziehend, was nach Einschätzung der Organisatoren ebenfalls ein wesentlicher Armutsfaktor ist. Augenmerklich sei auch der hohe Migrationsanteil, was darauf hindeute, dass gerade dieser Personenkreis in der unteren Einkommensgruppe verhaften bleibe. Gründe dafür sehen die Macher der Aktion Schultüte unter anderem in mangelnden Sprachkenntnissen und damit verbunden in unzureichenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Kommentar: War da nicht noch etwas? „Forscher fordern neue Diskussion über ‚zukunftsfähige Gestaltung des Arbeitsmarktes‘ … Zwölf Jahre nachdem die Hartz-IV-Kommission ihren Abschlussbericht dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder vorlegte, ziehen Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen eine kritische Bilanz: Die Chancen für Hartz IV-Bezieher hätten sich nicht verbessert … Durch die Hartz-Reformen ließen sich viele Arbeitnehmer einschüchtern, so dass beispielsweise bei neu begonnenen Beschäftigungsverhältnissen niedrigere Einstiegslöhne akzeptiert würden. ‘Eine einseitige Flexibilisierung des Arbeitsmarktes in der Form, dass nur die Arbeitgeber mehr Optionen haben, macht ihn nicht flüssiger, sondern führt gerade zu der Erstarrung, die mit den Reformen bekämpft werden sollte‘ … – Aus einer Info der Redaktion GEGEN-HARTZ.DE.