Unerträgliche Zustände in der Erstaufnahmeeinrichtung am Fliegerhorst

So macht man Menschen fertig, so schürt man Fremdenangst – human ist die Behandlung der Geflüchteten in Bruck schon lange nicht mehr. „Alle zittern, alle haben Angst“, sagt W. Dräxler (BBV), der bei der Caritas arbeitet und Integrationsreferent des Brucker Stadtrates ist. Aus dem ausführlichen Bericht der Brucker SZ vom 6.3.18: Mehr als 1000 Flüchtlinge leben mittlerweile in der Erstaufnahmeeinrichtung in Fürstenfeldbruck. Nachts kommt die Polizei für Abschiebungen – mancher ist da bereits untergetaucht … Beobachter sprechen von Lagerkoller, der immer öfter ausbreche … Die Stimmung in der Einrichtung sei „hundsmiserabel“, sagt Willi Dräxler (BBV), der bei der Caritas arbeitet und Integrationsreferent des Brucker Stadtrates ist. Als „kritisch“ bezeichnet Werner Kainzinger die Lage. Er ist Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes, hat die medizinische Abteilung der Einrichtung mit aufgebaut und arbeitet dort seit Jahren … Leidtragende sind in erster Linie die Flüchtlinge, aber auch die Mitarbeiter in der Einrichtung, Nachbarn und Polizisten, die bei Auseinandersetzungen gerufen werden… Julia Roth von der Kolping-Akademie klagt, die Menschen würden in der Einrichtung „verkümmern“, weil sie keine Beschäftigung haben. Besonders schlimm sei es für Frauen mit Kindern, die bloß auf Gängen herumlaufen könnten. Dabei seien viele, Kinder wie Erwachsene, sehr wissbegierig, regelrecht bildungshungrig … Einige Asylbewerber sind zwar anerkannt oder haben einen Schutzstatus, können aber nicht aus dem Lager, weil sie keine Wohnung finden. Etwa ein Dutzend solcher Leute leben nach Angaben der Regierung seit mehr als einem Jahr in den Gebäuden …
Das Leben in der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg sei von andauernden Schikanen geprägt, die die Menschen nicht länger hinnehmen wollten, teilte der Bayerische Flüchtlingsrat mit. Sie würden wie Gefangene behandelt, nicht wie Flüchtlinge. Diese Kritik hatten die Betroffenen bei einer Demonstration öffentlich gemacht. Forderungen der Flüchtlinge: Unter anderem fordern auch abgelehnte Asylbewerber das Recht auf Schulausbildung für ihre Kinder, das Recht zu arbeiten und einen deutschen Ausweis.

Mehr wissen über Geflüchtete: „Woher sie kommen – warum sie kommen – wie sie leben“ – Flüchtlingshilfe Dorfen: Die Lebenssituation der Flüchtlinge ist v. a. geprägt durch die Angst vor Abschiebung, den Zwang zu weitgehender Untätigkeit, die Abhängigkeit von Sozialleistungen am „soziokulturellen Existenzminimum“ und einen sehr eigenschränkten Zugang zu Bildungsangeboten. Ärztliche Behandlung beschränkt sich ausdrücklich auf die Linderung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände …