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Fakten und Hintergründe zum Amazon-Deal von „Brucker Land“

Rudolf H. Ende, Vorsitzender und Initiator des „Paradiesgarten Brandenberg, Verein für sozial-ökologischen Garten- und Ackerbau e.V.“ (Web: http://paradiesgarten-brandenberg.de sowie https://paradiesgartenbrandenberg.wordpress.com) und Mitstreiter gegen konkurrenzlose Großkonzerne und deren marktwirtschaftlichen Daten- und Machtmissbrauch sowie für eine sozial-ökologisch faire, regionale (Land-)Wirtschaft und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen steuert Fakten und Hintergründe zum Amazon-Deal von „Brucker Land“ bei und wertet sie wie folgt:
Die massive Verletzung der eigenen Werte und Ziele durch die Kooperation der UNSER LAND GmbH mit Amazon kommt einem Skandal gleich. Unser gemeinsames, jahrelanges Engagement wird dadurch konterkariert. Ich wurde durch den Bericht der SZ (Link siehe nebenstehende Spalte) auf diesen Vorgang aufmerksam, der eine mutige, sehr anerkennens- und unterstützungswerte erste Reaktion eines betroffenen Bäckers aus Fürstenfeldbruck aufgreift.
Die Firma UNSER LAND GmbH, hat als Geschäftszweck die Regionalvermarktung land- und forstwirtschaftlicher Produkte angegeben (registriert im Handelsregister beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 132133). Die Haupttätigkeit liegt im Bereich Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln. Das Domizil befindet sich in Olching, Landkreis Fürstenfeldbruck, Schloßstr. 169, 82140 Olching-Esting. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 13. Juli 2000. Mit der Geschäftsführung ist derzeit Julia Seiltz (Tel. 08142-65443-0) beauftragt.
Auf der Webseite (http://www.unserland.info/) sind folgende Aussagen nachzulesen: „UNSER LAND hat ein klares Ziel! Die Arbeit des Netzwerkes dient dem Erhalt der Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region. Dies wird durch umfassende Verbraucherinformation, Projektarbeit und mit den Lebensmitteln als Botschafter der Idee erreicht. Hier finden Sie unsere zusammengefasste Information mit Historie (PDF) und der allgemeinen Pressemitteilung (PDF) über das Netzwerk UNSER LAND.“
An anderer Stelle heißt es auf der Webseite unter der Überschrift „Ideen und Ziele: Wir machen das Ziel – die Erhaltung der Lebensgrundlagen – im wahrsten Sinne des Wortes „schmackhaft“: Zu den natürlichen Lebensgrundlagen zählen wir Wasser, Erde, Luft und Energie. Ebenso wichtig sind uns aber auch qualifizierte Arbeitsplätze, menschennahe Versorgungsstrukturen für das tägliche Leben sowie eine lebens- und liebenswerte Kulturlandschaft. Das Netzwerk UNSER LAND bietet dazu ein vielseitiges Angebot an regionalen Lebensmitteln aus den beteiligten Landkreisen. So wird beispielsweise unser tägliches Brot oder das Glas Milch zum Träger dieser Idee und lässt uns mit gutem Gefühl genießen. Der Weg vom Erzeuger über den Verarbeiter bis hin zum Verbraucher ist ehrlich und nachvollziehbar, die Erzeugnisse sind gut für Mensch und Natur. Unsere Erzeuger erhalten einen fairen Preis. Faire Preise sichern Existenzen, stärken die Region und die Vielfalt unserer Heimat. Durch unser alltägliches Verhalten gestalten wir unsere Lebensgrundlagen. Deshalb wollen wir allen VerbraucherInnen die Möglichkeit bieten, durch die Wahl ihrer Lebensmittel zum Schutz dieser Lebensgrundlagen entscheidend beizutragen …“

Am 3.7.2017 heißt es noch auf der eigenen Webseite: „AG BIO Regional Fair erkundet das Fairhandelshaus. Seit über zehn Jahren trifft sich die Arbeitsgemeinschaft bio regional fair. Vom Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. in die Welt gerufen, treffen sich hier verschiedene Initiativen, Organisationen und Gruppen, die sich in den genannten Bereichen engagieren.  Gemeinsames Engagement und reger Austausch kennzeichnen die Arbeitsgemeinschaft. Auch der Dachverein UNSER LAND e.V. ist seit Gründung der AG Mitglied. Die regelmäßigen Treffen erweitern auch das Bewusstsein und Wissen aller Teilnehmer. Anfang Juli lud das Fairhandelshaus in Amperpettenbach die Arbeitsgemeinschaft zu sich ein. Johanna Schiller berichtete über die Entwicklung des fairen Groß- und Einzelhandels seit Gründung des Fairhandelshauses. Bei einer Führung erklärte sie die Abläufe, Lagerhaltung, aber insbesondere auch die Grundlagen und Herausforderungen des Fairen Handels …“. Ebenso am 2.2.2017: „Anerkennung als Werte-Botschafter für die Solidargemeinschaften im Netzwerk UNSER LAND. UNSER LAND tritt an, die Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region zu erhalten. Umso wichtiger ist es, nachfolgende Generationen für den unschätzbaren Wert dieser Idee zu sensibilisieren …“
Wie sich alle diese Aussagen mit dem offensichtlich geheimgehaltenen konkreten Handeln der UNSER LAND GmbH verträgt, ist nicht nachvollziehbar und erklärungsbedürftig. Auf der Webseite findet sich jedenfalls bis heute kein Hinweis auf den Vertragsabschluss mit Amazon.
Meine und die gut begründete Forderung vieler weiterer Aktivist*innen lautet: Die Kooperation mit dem Handelsriesen Amazon muss schnellstens beendet werden, wenn die Glaubwürdigkeit der jahrelang öffentlich vertretenen Werte und Ziele des Netzwerks „UNSER LAND“ wiederhergestellt und weiterer Schaden abgewendet werden soll. Alle bisherigen positiven Errungenschaften in unserer Region, wie z.B. die Solidargemeinschaften in den umliegenden Landkreisen wie auch die Aktionen „Solidarische Landwirtschaft“, sind durch die Handlungsweise von „UNSER LAND“ in Gefahr gebracht worden. Wir setzen uns weiterhin und jetzt erst recht ein für fairen, regionalen Handel ohne Großkonzerne, den Schutz der berechtigten Interessen der Produzenten (Gärtnereien und bäuerliche Familienbetriebe usw.), der mittelständischen und kleinen Handwerker (Bäcker und Metzger etc.) und Geschäftsleute (Naturkosthandel, Bioläden, Dorfläden, Bauernmarkt, Gaststätten usf.) sowie der ökologisch bewussten Verbraucher*innen und für faire Arbeitnehmerrechte. Das verstehen wir unter Solidarität und Regionalität sowie Einsatz zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen.

Die Bequemlichkeitsoffensive des Amazon-Konzerns für uninformierte Verbraucher*innen darf keinen Erfolg haben. Auf der Webseite der „Aktion Agrar“ (https://www.aktion-agrar.de/amazon/ bzw. https://www.aktion-agrar.de/ohne-amazon/) sind unter dem Motto „Essen ohne Amazon – konzernfrei, vielfältig, selbstbestimmt.“ viele gute Argumente und zu erwartende, unvermeidliche negative Folgen nachzulesen, die gegen eine Handels- und jegliche Geschäftsverbindung mit dem Onlinehandelsriesen Amazon sprechen. Dort können alle Gleichgesinnten die gerade laufende Kampagne gegen den Lebensmittel-Lieferdienst „Amazon fresh“ online unterzeichnen.

Keine Tierquälerei mehr?

Meldung der Brucker SZ am 8.1.18: In Fürstenfeldbruck darf wieder geschlachtet werden … Das Unternehmen im Gewerbegebiet Hasenheide hat eine Zulassung von der neuen bayerischen Kontrollbehörde (KBLV) bekommen. Die GmbH & Co KG hat laut Geschäftsführer Engelbert Jais rund 120 000 Euro investiert, um diverse Auflagen zu erfüllen … Seit dem Jahreswechsel ist das Landratsamt wieder direkt für die Untersuchung von Schlachttieren und Fleisch sowie die Kontrolle der Schlachtungen verantwortlich … Bereits kurz vor der Schließung des Betriebes hatte das Landratsamt aufgrund der Vorfälle angeordnet, dass zwei Tierärzte bei Schlachtungen anwesend sein müssen … Am Montagfrüh wurde die Arbeit aufgenommen, dabei waren Vertreter der Kontrollbehörde anwesend, um den kompletten Schlachtbetrieb zu inspizieren … Am Montag hatten mehrere Kreisräte kritisiert, dass der Landkreis die Beträge angehoben hat …

Prozess oder Abmahnung?

Die Brucker SZ berichtete am 18.1.18 über den Stand der Ermittlungen in Sachen Schlachthof: „Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Brucker Schlachthofs wegen des Verdachts der Tierquälerei noch längst nicht abgeschlossen … Nun müssten weitere Ermittlungen angestellt werden, so würde man nun eine Reihe von Personen vernehmen … Die Soko Tierschutz befürchtet, dass nur einzelne Verstöße im Brucker Schlachthof geahndet werden. Die Aktivisten sehen aber das ganze System der elektrischen Betäubung auf dem Prüfstand … Die Soko Tierschutz hofft, dass die Brucker Vorgänge nicht per Bescheid geahndet werden, sondern es zu einem Prozess kommt.“

Brucker Schlachthof geht im Frühjahr wieder in Betrieb

Bericht in der Brucker SZ vom 21.12.17: Die Privatisierung der Fleischbeschau wird rückgängig gemacht. Damit ist das Landratsamt auch für den Brucker Schlachthof zuständig, an dem der Landkreis finanziell beteiligt ist … Wenn der Schlachthof seine Zulassung wieder bekommt, ist der Landkreis damit direkt für die Kontrolle zuständig. Zugleich ist der Kreis stiller Teilhaber der GmbH & Co KG. Mit einer Einlage von mehr als 153.000 Euro hält der Landkreis einen Anteil von 21,4 Prozent. Die Forderung von Kreisrat Peter Falk (SPD), eine Beteiligungsform zu wählen, die größere Einflussmöglichkeiten vorsieht, fand kein Gehör … Die Betreiber des Schlachthofes sollen mittlerweile rund 100 000 Euro in Umbauten investiert haben, die die Behörden ihnen zur Auflage gemacht haben, um einen besseren Tierschutz zu gewährleisten. Auch ein neues Metzgerteam soll zusammengestellt worden sein.
Eine Zusammenfassung der Ereignisse erschien am 28.12.17 in der Brucker SZ.

Mensch und Natur. Verträgt sich das?

Auf dem Gelände des Fliegerhorsts wird das Miteinander von anscheinend Unvereinbarem geplant und geprobt. Merkwürdige Konstellationen ergeben sich, Widersprüchliches entsteht, Kurioses kündigt sich an. Wir zitieren in Kursiv-Schrift aus einem umfangreichen und faktenreichen Bericht des Brucker Tagblatts vom 29.9.17 und äußern dazu ein paar unbotmäßige Gedanken:
Am alten Flugplatz bei Maisach wird gebaut. Nein, noch nicht die Umfahrung und erst recht nicht die Trabrennbahn. Es wird die Natur umgebaut.
Ach so, nur die Natur, die hier längst nicht mehr natürlich ist. Jetzt wird die umgebaute Natur erneut umgebaut. Zu wessen Nutzen?

Nirgendwo in Südbayern gibt es zusammenhängende Wiesenflächen in vergleichbarer Größe. Deshalb und wegen des Artenreichtums wurde das Gebiet im Jahr 2004 vom Freistaat Bayern als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Gebiet nachgemeldet … in einem FFH-Gebiet stehen Pflanzen, Tiere und deren Lebensräume unter besonderem Schutz.
Soll heißen, dort darf „die Natur“ nicht durch menschliche Eingriffe verändert werden. Es sei denn, die Obrigkeit will es, weil sie meint, dass sie Höherem im Wege steht.

Der Mensch greift in die Natur ein und macht sie damit zu einer besseren Natur? Hört sich unlogisch an … „Aber man darf nicht vergessen: Das hier ist keine Natur. Das sind von Menschen gemachte Lebensräume.“
Hiermit sind nun die Flächen außerhalb des FFH-Gebietes gemeint, die tier- und pflanzengerecht gepflegt und gehegt werden sollen. Bis eine gegenteilige Order zu Baumaßnahmen führt. Dazu kann es irgendwann kommen.

Durch den Rückbau von Rollbahnen kommen rund sechs Hektar neue Wiese hinzu … Die Wiesen im Nordteil des Flugplatzes werden gepäppelt … Die neue Staatsstraße wird zu beiden Seiten eingezäunt sein. Im Norden, um das FFH-Gebiet zu schützen, im Süden als Abgrenzung zum Fahrsicherheitszentrum von BMW und Polizei. Generell wird das ganze FFH-Gebiet auch künftig von einem Zaun umgeben sein.
Grenzzäune zum Schutz der Natur vor den Menschen oder zum Schutz der Menschen vor der Natur? Es zeigt sich:

… dass zuletzt ziemlich viele Rehe abgeschossen werden mussten – BMW sehe die Tiere ungern über die Teststrecke springen.
Nun wissen wir’s: Es sind die Unternehmensinteressen, die nicht gestört werden dürfen. Man weiß ja: „Das Kapital ist ein scheues Reh“ – das sich hier vor den wilden Artgenossen abgrenzen muss. Wir hier, ihr dort. Man stärkt die Grenzkontrollen, um das Einddringen und die illegalen Aktivitäten der fremdartigen Lebewesen zu verhindern. Gerne auch mit Gewalt.

„Da hat damals keiner daran gedacht, dass das zu Konflikten führen könnte“.
Also wurde nachgebessert und die Grenzanlage perfektioniert. Jetzt ist das besetzte Gebiet sicher.

Wenn jetzt mancherorts gejammert wird, dass eine Staatsstraße und eine Trabrennbahn am FFH-Gebiet gebaut werden, dann kontert Schober: „Bis jetzt hat sich kein Mensch um das Gebiet gekümmert.“ Erst durch die geplante Nachnutzung erfolge jetzt die Aufwertung der Flächen.
Immer noch wird das „Kümmern“, die „Aufwertung“ durch private „Nachnutzung“ nicht allseits akzeptiert? Der Widerspruch zwischen Mensch und Natur  wird gelöst, indem man die Aufwertung der Kümmerer vor wildwucherndem Naturgeschehen abgrenzt und sie den Menschen erfahrbar und nachvollziehbar, ja akzeptabel darreicht:

Auf irgendeine Weise muss das Areal für die Bevölkerung geöffnet werden. Man muss den Leuten nahe bringen, was hier passiert“, sagt Schober.
Das Ergebnis darf begutachtet, der Naturbetrachtung geöffnet werden: „Seht nur, wie einträchtig und friedlich nicht Vereinbares nebeneinander her existieren kann, solange die lästige Natur nicht unseren profitlastigen Plänen in die Quere kommt“.

Gedacht wird deshalb an einen Aussichtsturm am Rande des alten Flugplatzes. Möglich wären auch Führungen mit Ornithologen und anderen Experten.
So wird der Blick über den Grenzzaun hinüber ins feindliche Lager zum touristischen Highlight für die staunende Bevölkerung. Kindergarten- und Schulkinder werden große Augen machen und erschrocken weinen, wenn sie die anstürmenden Tierkörper sehen, die verzweifelt versuchen, die Grenzanlagen zu überwinden. Oder gähnen, wenn sich „drüben“ (erb)ärmlicherweise so gar nichts regt und nur Gras und Bäume zu sehen sind. Da fehlt dann nur noch der Klingelbeutel.

Mit dem Lärm manchmal quietschender Reifen (von BMW), dem Verkehr einer Umfahrung und zu einer Trabrennbahn könne man vergleichsweise leben.
„Schaut mal, Kinder“, wird es heißen: „So oder so ähnlich sah Natur mal aus. Aber bitte nur schauen und die lieben Tiere nicht stören! Und vom Lärm hinter euch lasst ihr euch dabei bitte nicht ablenken!“ Denn:

„Hier am alten Flugplatz im Süden von Maisach ist man mitten in der Natur – und doch auch wieder nicht.“
Und zum guten Schluss wird es heißen: „Danach, liebe Kinder, schauen wir uns noch das Düsenjäger-Denkmal an und gehen ins Militärmuseum. Damit ihr wisst, wozu wir Menschen noch alles fähig sind!“

„Weiter so!“ mit geschlossenen Augen

Die Brucker SZ berichtete am 28.7.17: Das Schlachten geht weiter … Der nach dem Bekanntwerden von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz im Mai geschlossene Schlachthof von Fürstenfeldbruck soll am 2. Oktober unter neuer Leitung, aber in der bisherigen Gesellschaftsform wieder eröffnet werden … Ohne dies näher zu begründen, bezeichnete es Landrat Thomas Karmasin (CSU) als unmöglich, eine neue Gesellschaftsform mit mehr Mitspracherecht für den Landkreis anzustreben. Etwaige kriminelle Handlungen wären zudem nie den Büchern oder Geschäftsberichten zu entnehmen … Über die Möglichkeit, die Verträge zu ändern und dadurch mehr Einfluss zu gewinnen, wurde am Donnerstag nicht mehr diskutiert … Der Kreisrat der CSU ((Hubert Ficker)) riet zudem in Hinblick auf die Verstöße gegen Tierschutzauflagen dazu, keine Vergangenheitsbewältigung zu betreiben, sondern der neuen Geschäftsführung Vertrauen entgegenzubringen …
Das Brucker Tagblatt berichtete am 28.7.17: Neu dagegen ist das ganze insgesamt 14 köpfige Schlachthofteam – nicht ein einziger aus der alten Besetzung sei noch an Bord, sagte Jais. Heißen soll der Betrieb künftig „Schlachthof Hasenheide“ … Die neuen Gesellschafter sollen im August ihre Ämter antreten. Dann stehen tierschutzrelevante Umbauten auf dem Gelände am Brucker Kugelfang an. … Nicht durchsetzen konnte sich die SPD mit der Forderung nach einer Unternehmensform, die dem Kreis als Gesellschafter „jederzeitige Information und Transparenz“ sichere.

Umweltministerium kündigt Konsequenzen zum Schlachthofskandal in Bruck an

Bericht des Brucker Tagblatts am 30.6.17: Ministerium legt Mängelliste vor – Bericht auf Antrag der Grünen … Ab dem Jahr 2018 werde es eine neue starke und bayernweit zuständige Kontrollbehörde geben, so das Ministerium. Sprich: Die Landratsämter werden von der Kontrollaufgabe befreit, sie wird zentral organisiert … In der Antwort listet das Ministerium auch diverse Fehler beziehungsweise Verstöße auf, die im Brucker Schlachthof festgestellt wurde … fordern die Grünen, über permanente Videoüberwachung in sensiblen Bereichen nachzudenken, um Tierschutzverstößen vorzubeugen.
Ausführlicher Bericht in der Brucker SZ vom 2.7.17: Die Befunde zielen in dieselbe Richtung wie die Vorwürfe der Soko Tierschutz, die von Tierquälerei spricht. Laut der Grünen-Politikerin mangelt es „an regelmäßigen Kontrollen, an Hartnäckigkeit und an der Bereitschaft, genau hinzusehen.“ Wenn die Auskunft des Unternehmers, er habe Missstände beseitigt, genüge, sei das nicht im Sinne eines guten Verbraucherschutzes. Steinberger fordert, über eine permanente Videoüberwachung nachzudenken.

Die Zeit der Stechmücken, des Insekten- und Vogeltods

Aus dem SZ-Bericht vom 16.6.17: Die lästigen Stechmücken kann chemisch wirksam bekämpfen, wer den „Wirkstoff Bti ausbringt, der aus dem Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) gewonnen wird und den Darm der Tiere zerstört … Für die Gröbenzeller Umweltreferentin … ist der beste Schutz vor Stichen immer noch eine intakte Umwelt. Die Mücken seien in den Griff zu bekommen, solange es Vögel und Fledermäuse gebe. Mit der Vernichtung der Insekten würden auch Vögel und andere Insektenvernichter sterben … Deshalb rät die am Ammersee tätige Initiative „Mückenplage nein danke“ dazu, rund ums Haus Brutkästen aufzuhängen.“
Erfahrungen der anderen Art stehen denen mit den stechenden Plagegeistern, die man gern los werden möchte, diametral entgegen. Dies bekundet ein Bericht aus dem Allgäu: „Stille Heimat“. Gut, dass es Pestizide gibt!“ Der NABU warnt vor einem neuartigen Insektensterben mit bislang unbekannten Folgen in Deutschland. Allein in Nordrhein-Westfalen sei in den vergangenen 15 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Ähnlich alarmierende Entwicklungen befürchten die Naturschützer in weiteren Regionen Deutschlands und fordern, die Ursachen und das Ausmaß des Insektenschwunds bundesweit schnell aufzuklären.

Rettet den Regenwald e.V. meldet: In der intensiven, industrialisierten Landwirtschaft in Deutschland und der EU finden die Vögel immer weniger Lebensraum und Nahrung. Unter dem Diktat der EU-Agrarpolitik, die vor allem Größe und maximale wirtschaftliche Effizienz fördert, bleiben die Natur und Artenvielfalt auf der Strecke.

Der BBV geht zum Angriff über

Meldung des Brucker Tagblatts vom 16.6.17: Kreis-Bauernobmann Georg Huber gibt dem Brucker Schlachthof Rückendeckung: Er hat Anzeige gegen die Soko Tierschutz erstattet … „… ich möchte durch die Anzeige das tatsächliche Ausmaß in Erfahrung bringen“ … Man dürfe nicht nur auf die eine, man müsse auch die andere Seite sehen … Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat dem Bauernobmann einen Rechtsanwalt vermittelt. Der BBV wird laut Huber auch die Kosten übernehmen. „Meine landwirtschaftlichen Kollegen und die Metzger freuen sich, dass ich Anzeige erstattet habe“, sagt Huber.
Bericht auch in der Brucker SZ vom 23.6.17.
INFO: Eine CORRECTIV-Datenauswertung zeigt erstmals, welche Massentierhalter EU-Agrarsubventionen erhalten – obwohl sie die Umwelt belasten … wo das Grundwasser mit Nitrat belastet ist. Ausgerechnet Deutschland blockiert mit seinem CSU-Agrarminister eine Reform der irrsinnigen Agrarpolitik … Schuld ist aber nicht nur Brüssel, sondern die Blockadepolitik der Mitgliedsländer. Zur Auswertung des gemeinnützigen Recherchezentrums correctiv.org. Ein bundesweites Bündnis startet eine Mitmachkampagne gegen die im Correctiv-Beitrag dokumentierte Nitratbelastung: in einer ungewöhnlichen Allianz fordern Wasserwerke, Umweltverbände, Gewerkschaften und Agrarwendeaktivisten den sofortigen Stopp der Gülle-Überdüngung in Regionen mit nitratvergiftetem Grundwasser, verpflichtende Stoffstrombilanzen ab 2018 für alle Agrarbetriebe, ein Ende des unkontrollierten Gülle-Tourismus und eine Wende in der Agrarpolitik. Unterzeichnen Sie die Petition hier. – Die Petition lesen.

Verfehlungen im Schlachthof dokumentiert

Aus dem Bericht der Brucker SZ vom 8.6.17: Im Zuge des Schlachthof-Skandals hat das Landratsamt Fürstenfeldbruck eine Liste von Verstößen gegen das Tierschutzrecht zusammengetragen. Sie reicht bis ins Jahr 2012 zurück … Diese dokumentierten Mängel betreffen Aspekte, die auch von der Soko Tierschutz kritisiert werden. Aufgeführt ist in den Unterlagen außerdem, dass Mitarbeiter des Schlachthofs immer wieder belehrt und geschult worden seien … Die Angaben aus den Jahren 2012 bis 2015 stammen von dem amtlichen Tierarzt eines privaten Unternehmens, das vom Landratsamt mit den Kontrollen beauftragt wurde. Die Mängel aus dem Jahr 2014 hat das Veterinäramt festgestellt. 2012 und 2013 hat die Behörde selbst keine eigenen tierschutzrechtlichen Kontrollen vorgenommen … auf Nachfragen des Landratsamts vom 11. Mai 2017 … geht hervor, dass der amtliche Tierarzt bei den Schlachttagen stets anwesend war.