Pestizide und Glyphosat schädigen Umwelt und Menschen überall

Der hohe Pestizideinsatz im Apfelanbau in Südtirol ist kein Einzelfall. In anderen Regionen des intensiven Obstbaus, wie am Bodensee oder dem Alten Land bei Hamburg, sieht es nicht besser aus. Und auch die Mais- und Rapsmonokulturen in Bayern sind Umwelt- und Gesundheitskiller. Zur Zeit wirbt Südtirol mit großen Plakaten überall in Deutschland für sich als Urlaubsregion. Die Fotos in Plakatgröße zeigen beeindruckende Landschaften, Berge und Almwiesen. Immer mehr Menschen in Südtirol wehren sich. Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe Grundbesitzer und Grundbesitzerinnen ohne Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Mitmenschen, die Natur, den Tourismus und den Rest der Landwirtschaft Gift spritzt. Das Thema ist heiß in der Landespolitik: Wer es anfasst, riskiert Prügel von der mächtigen Apfel-, Chemie- und Grundbesitz-Lobby. Trotzdem tut sich was, denn die Faktenlage ist klar. In Mals im oberen Vinschgau stimmten über 75 Prozent der Menschen in einer Volksabstimmung für ein totales Pestizidverbot aus. Das Umweltinstitut München startete eine Kampagne, um die Pestizid-Rebellen von außen zu unterstützen. Und immer mehr Bauern und Bäuerinnen steigen auf ökologische Landwirtschaft um, insbesondere wenn ein Betrieb an die junge Generation übergeben wird. Monokulturen von Apfelbäumen, die an Drähten und Betonsäulen hochwachsen, prägen die Landschaft. Diese Intensität der Plantagenwirtschaft funktioniert nur mit Hilfe eines ausufernden Chemieeinsatzes: Mehr als 45 Kilogramm Pestizide landen pro Jahr auf jedem Hekar landwirtschaftlicher Fläche in Südtirol. Zum Vergleich: Im Durchschnitt sind es in Italien „nur“ 6,6 Kilogramm pro Hektar und Jahr.
M5S-(Landtags-)Abgeordneter Paul Köllensperger in Südtirol: „Ich glaube, dass die Landesregierung und generell die Südtiroler Volkspartei bei dem Thema richtig unter Druck gesetzt wird, vor allem von der starken Bauernlobby … das höchste Gut muss in meinen Augen die Gesundheit sein. Und die sollten wir nicht mit teils hochtoxischen Substanzen gefährden, die nicht nur auf Gründen von Biobauern, sondern auch in Schulhöfen oder Wohnungen landen.“
Solidarität mit Mals: Die BürgerInnen aus dem Südtiroler Dorf Mals haben beschlossen, Pestizide in ihrem Ort zu verbieten, doch die Landesregierung will das unmöglich machen. Erklären Sie Ihre Unterstützung für die Pestizid-Rebellen gegenüber dem Südtiroler Landeshauptmann. Infos: Umweltinstitut München. – Ein Bericht in „Schrot&Korn“.
Bericht in „der freitag“: „Die Monokultur ist das größte Problem für unsere Insekten“.