OB-Wahl 2017: Erich Raff (CSU) gewinnt mit 455 Stimmen Vorsprung

Stimmen zum Wahlausgang, zitiert im Brucker Tagblatt am Abend des 21.5.17: CSU-Fraktionschef Andreas Lohde …: „Die unter Umständen entstandenen Gräben müssen wir zuschütten und Ressentiments abbauen.“ Das sei nur in Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen möglich. „Was der OB abzuarbeiten hat, diktiert der Stadtrat.“ … Klaus Quinten verkündete … seinen Rückzug vom Amt des BBV-Fraktionsvorsitzenden … Vom Ausgang der Wahl zeigte er sich sehr enttäuscht. „Ich finde es schade für die Stadt.“ … Der … Ortsvorsitzende der Grünen, Jan Halbauer, glaubt, dass Raff verloren gegangenes Vertrauen zurück gewinnen muss. Er erinnert an die Mehrheit jenseits der CSU … „Ich wäre schon gerne OB geworden. Aber es ist kein Ergebnis, wofür man den Kopf in den Sand stecken müsste“, so der Gröbenzeller Vize-Bürgermeister Martin Runge.
Nun wolle er in diesem Amt und als Kreisrat wieder mehr anschieben. „Und ich bin froh, dass er bleibt“, ergänzte der Gröbenzeller Bürgermeister Martin Schäfer im Vorbeigehen … Die Wahlbeteiligung lag bei 41,2 Prozent und war damit noch niedriger als beim ersten Durchgang.
Wie zu erleben und zu hören war, waren die Wähler in der Mehrheit älteren Jahrgangs. Die Jugend glänzte durch Abstinenz. Wahlkämpfe und Wahl im alten Stil durchzuführen, hat kein positives Image mehr. Obwohl sich die organisierte Stimmenjagd in Altenheimen und Krankenbetten nach wie vor lohnt. Um eine Art paritätische Wahlgerechtigkeit bei Jung und Alt zu ermöglichen, müsste die Jugend am Wahltag an ihren Aufenthalsorten aufgesucht werden. Digitalwahlen übers Internet wären einfacher und vermutlich erfolgversprechender, doch der Manipulationsverdacht lässt sich nicht aus der Welt räumen. Vielleicht sollte man sich auf die Suche nach zeitgemäßeren und demokratischeren Gemeinde- und Wahlordnungen machen. Angefangen bei der sechsjährigen Amtszeit ohne Rotationsmöglichkeit, der starken Hierarchisierung innerhalb der Verwaltungen, der übermäßigen Parteienvertretung, der fehlenden Bürgerbeteiligungsmechanismen und … und … Es käme Leben in die Bude. Das täte auch konservativ denkenden Bürgern gut. – hb
Info: Der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim kritisiert die Macht der Parteien, fordert mehr direkte Demokratie und hält eine Reform des Wahlrechts für unerlässlich: Im Interview.