Nazibauten spalten Konversionsausschuss des Stadtrats

Die Brucker SZ berichtete am 14.9.17: Andreas Ströhle (BBV) lehnt den umfassenden Erhalt denkmalgeschützter Fliegerhorstgebäude ab, Andreas Lohde (CSU) widerspricht … für den BBV-Stadtrat steht die an Krieg und Leid erinnernde, bombastische Blut- und Bodenarchitektur der Nazis einer auf die Bedürfnisse künftiger Bewohner zugeschnittenen Bebauung eher im Weg … Ein etwa 50 Meter langes Teilstück würde seiner Ansicht nach genügen, um späteren Generationen das Wesen dieses Komplexes zu veranschaulichen … Andreas Lode – der CSU-Fraktionsvorsitzende würde sogar gerne einige Gebäude, die das zuständige Landesamt gar nicht unter Denkmalschutz stellen will, notfalls auf eigene Faust und Rechnung erhalten … Viele Brucker Stadträte haben sich noch nicht entschieden und schwanken zwischen Ströhles und Lohdes Position.
Das Tagblatt berichtete am 16.9.17 ausführlich über eine neue Studie zum Fliegerhorst.
Kommentar: Naziarchitektur unter Denkmalschutz? „Denk-mal“ ist eine Aufforderung, sich zu erinnern. Dieses Erinnern kann nur dem Wahnsinn gelten, der vor einigen Jahrzehnten geschah. Sind diese Bauten so schön, gut und erhaltenswert, das man darin Menschen von heute wohnen lassen möchte? Oder sie auf ein finsteres Teilstück blicken zu lassen, dass ihnen den Tag vermiesen würde? Ernsthafte Erinnerungskultur sollte heutzutage der Abwehr rechtsgerichteter Politik gelten, die schon wieder dabei ist, unseren Alltag zu vergiften und in den Bundestag einzuziehen. Davor zu warnen, ist die Aufgabe eines Denkmals im ehemaligen Nazi-Fliegerhorst.
Eher lustig erscheint der Vorschlag, die Stadt möge die kleine Kirche kaufen. Soll in ihr der OB von der Kanzel herab seine Politik verkünden?
Info:
Geschichtsrevision á la AfD: Spitzenkandidat Alexander Gauland hat vor AfD-Anhängern gefordert, keine Verantwortung mehr für die Verbrechen deutscher Soldaten zu übernehmen. Stattdessen hätten die Deutschen das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen im ersten und zweiten Weltkrieg.