Rentierliche Lichtspielhaus-Posse

Es muss sich rentieren! So denkt in neoliberalen Zeiten jeder Investor, also zahlungsfähige Unternehmer. Und in diesen Zeiten denken auch Stadtverwaltungen so. Sogar Zeitungsredakteure schließen sich dem an. Ein potentieller Kinobetreiber springt ab und das Brucker Tagblatt kommentiert: „Es fehlt eine klare Entscheidung: Entweder die Stadt will das Haus erhalten und die Kultur fördern – dann muss sie zahlen, denn Kultur ist selten ein Geschäft mit Gewinn. Oder sie will ihr Geld anders investieren – dann sollte über einen Verkauft nachgedacht werden.“ Geld ausgeben oder Geld einnehmen: Eine Alternative, die nur gilt, wenn „die Stadt“ wie ein Unternehmer handelt.
Der potenzielle Kinobetreiber sagt dazu: „Für mich lohnt es sich nicht.“ Der Ersatz-OB Erich Raff: „Das geplante Programmkino und Kleinkunst mit nur einem Saal rechnen sich nicht.“ Man denkt nun an den Einbau eines Extraraumes in den großen Saal, damit sich’s rechnet. Einige Stadträte äußerten, die Stadt habe von Beginn an damit rechnen müssen, dass sie ein Defizit für den kulturellen Betrieb zahlen muss. Es hieß auch, der Grund sei inzwichen teurer als beim Kaufabschluss. Der Deal hat sich also gelohnt – wenn man verkauft. Brucker Kulturpolitik!? (hb)