Ladensterben in Bruck – 1

Das Brucker Tagblatt meldete am 29.6.17: Große Ketten gegen kleine Läden – Läden als Ladenhüter. Der Einzelhandel hat es schwer. Kleine Geschäfte leiden unter der Konkurrenz großer Ketten. Die Folge: Laden-Leerstand im Zentrum rund um die Hauptstraße. Verkommt Bruck zur Geisterstadt? … Das Tagblatt hat zuletzt 18 leere Läden im weiteren Innenstadt-Bereich gezählt (siehe Fotos). Manche Eigentümer suchen auf den einschlägigen Portalen im Internet nach Nachmietern, andere nicht. Die Geschäfte bleiben ungenutzt. Nach Angaben der Stadtverwaltung stehen drei der sechs Objekte, die nicht aktiv angeboten werden, seit mehr als drei Jahren leer – bei einer Immobilie ist der Abriss geplant.
Kommentar: Das berüchtigte Waldsterben findet anders statt als gedacht: Die Bäume gehen nicht an Krankheiten zugrunde, sie werden abgeholzt. So ähnlich stellt sich auch das Ladensterben überall im Land dar. Die Betreiber werden nicht krank, sie werden niederkonkurriert. Ladenketten der großen Konzerne kaufen aufgrund ihrer Finanz- und Marktmacht billiger ein, können auch teure Mieten zahlen und viel günstiger anbieten. Inzwischen buhlen Amazon, Google, Facebook und andere übers Internet um unser Geld. Läden brauchen sie nicht mehr. So verödet unsere Innenstadt sehr wohl, da helfen auch keine Marketingstrategien des Gewerbeverbands und der Stadtverwaltung. Da hilft nur die Verhinderung von Konzernfilialen in Innenstädten und ihrer Gewerbeansiedlung am Stadtrand. Das hieße, dem großen Geld die rote Karte zeigen. Doch welcher Bürgermeister, welcher Stadtrat ist bereit, solch einen schwierigen und umstrittenen Weg zu gehen?
Ein Bericht der „tz“ über die Situation in München.