Kein Radschnellweg entlang der S4

Leserbrief zu „Kreisräte lehnen Münchner Angebot ab“ in der SZ vom 18.04.2017: Mit Enttäuschung habe ich den Artikel zum Radschnellweg entlang der S4 gelesen. Die Stadt München hatte unserem Landkreis angeboten, eine Machbarkeitsstudie gemeinsam zu beauftragen. Die Kreisräte haben dies mehrheitlich abgelehnt. Während in unserem Landkreis Unsummen von Geldern für Ortsumfahrungen, 4-spurige Ausbauten von Bundesstraßen und für Erweiterungen der Autobahnen von 4 auf 6 Spuren ausgegeben werden, fehlt die Bereitschaft, das Fahrrad als umweltfreundlichstes Fortbewegungsmittel der Zukunft entsprechend zu fördern. Man kann nur hoffen, dass die Stadt München sich nicht von unserer fehlenden Unterstützung ausbremsen lässt, und zumindest auf ihrem Stadtgebiet die Machbarkeit des Radschnellweges prüft. Denn eines muss uns allen klar sein: Die geplanten Straßenausbauten werden mit dem weiter rapide steigenden Bevölkerungswachstum nicht mithalten können, sondern eher den Verkehrskollaps im Raum München beschleunigen. Und der lange versprochene S4-Ausbau steht nach der Entscheidung für das Milliardenprojekt der 2. Stammstrecke mehr in den Sternen als vorher. Was liegt also da näher, als aufs Rad zu steigen? Und sollte uns wirklich mal eine S4-Ausbauplanung vorgelegt werden, dann müssen die Kreisräte sich sputen und die Machbarkeitsstudie in der Schublade parat haben, bevor die letzten freien Flächen entlang der S-Bahn-Strecke verkauft und bebaut sind, und kein Raum mehr für einen Radweg bleibt.
Thomas Brückner, VERKEHRSFORUM FFB