Heimat Bayern – Ausverkauf der bayerischen Kulturlandschaft?

„In Bayern werden täglich 13,1 Hektar landwirtschaftlicher Fläche, Landschaft und Natur in Verkehrs- und Siedlungsfläche umgewandelt. Dieser Wert stammt aus dem Jahr 2015 – gegenüber 2014 bedeutet das eine Steigerung um 21 Prozent. Wie lange soll das noch so weitergehen, gibt es eine Grenze für immer neue Flächenausweisungen? Kommunalpolitiker, die zumeist reflexartig auf unverzichtbare Gewerbesteuereinnahmen und angebliche Schaffung von Arbeitsplätzen verweisen, sind hier vor wichtige Fragen gestellt …“ Beispiele aus dem Landkreis Traunstein beleuchtet ein Artikel der Online-Zeitung „gradraus.de“. „Ist es richtig und unvermeidbar, alle Ortseingänge mit Hallen und Discountern zu bebauen? Kann man hier von bewusster Ortsgestaltung sprechen? Oder folgen Kommunalpolitiker dem Diktat von Investoren und Profiteuren? Eine Urlauberin, eben aus Kroatien zurückgekehrt, berichtet von ihren Urlaubseindrücken: Überall dieselben Lebensmittelmärkte und Drogerieketten wie daheim. Urlaubsziel und Heimatort werden uniform. Der Expansionsdrang der Konzerne lässt sich anscheinend nicht aufhalten. Ob multinationale Konzerne oder heimischer Betrieb – der Flächenbedarf steigt unaufhörlich.“
Über den unmäßigen Flächenverbrauch versucht der Bund Naturschutz seit langer Zeit sein Veto einzulegen.
Zum Artikel auf gradraus.de.
Zur Seite des BN mit Positionen zum Siedlungsdruck, Landverbrauch und der Gewerbegebietsentwicklung – mit positiven Beispielen.
Auch im Brucker Land ist der Mittelstand bedroht, müssen Metzgereien, Bauern  und Ladenbetreiber schließen. Supermärkte gehören meist zu großen Ketten, die die Märkte bestimmen und die Preise drücken. Die schlimmsten Preisdrücker sind die Discounter. Sie erreichen immer größere Marktanteile und treiben die Industrialisierung unserer Lebensmittelproduktion voran.
Die Schöngeisinger Straße ist ein beredtes Zeugnis für diese ungute Entwicklung. Existenzen werden so vernichtet und unsere Gesundheit gefährdet. Unser Geld bleibt nicht in der Region, sondern wandert in die mulitinationalen Kassen der Konzerne, deren Macht wächst. Gemeindekassen fehlt es an Geld für soziale Investitionen und die Infrastruktur der Innenstädte verfällt langsam aber sicher. Deshalb wird Industrieansiedlung oft auf Kosten der Natur und Sicherheit gefördert. Der wachsende Verarmungsfaktor in der Bevölkerung (Beispiel Rentenarmut) führt zur Beschleunigung dieser negativen Entwicklung. Nur eine sozialökologische Politik kann dem entgegen steuern.
Im Rahmen der sog. „Heimatstrategie“ Heimat Bayern 2020 beabsichtigt das bayerische Kabinett die Landesplanung weiter zu schwächen. Die darin genannten Vorhaben sind dazu geeignet, die bayerische Kulturlandschaft noch stärker als bisher dem ruinösen Wettbewerb der Kommunen um Gewerbeansiedlungen zu opfern. U.a. soll das ohnehin durch viele Ausnahmen ausgehöhlte Anbindegebot weiter verwässert werden. Das Anbindegebot legt fest, dass neue Siedlungsgebiete nur angebunden an bestehende Siedlungen errichtet werden dürfen. Es sichert damit die kennzeichnenden Ortsbilder, schützt die freie Landschaft vor Bebauung und ermöglicht kurze Wege.
Der BUND Naturschutz startet eine Massenpetition an den bayerischen Landtag mit dem Titel „Bayerns Schönheit bewahren – Orts und Landschaftsbilder erhalten“.