„Gewagte“ und ver-rückte Meldungen

Brucker SZ vom 22.1.18: Der Festredner des Neujahrsempfangs der Puchheimer CSU wartet mit gewagten Thesen auf. So hält der Politologe Edgar Ludwig Gärtner das Problem der Radioaktivität für „völlig überbewertet“ … das Strahlungsniveau, das momentan um das explodierte Atomkraftwerk (AKW) in Fukushima herrsche, „optimal“ für die Menschen … Leute, die in Kernkraftwerken arbeiten, werden sehr alt und bekommen keinen Krebs … Menschen in Hiroshima, die eine mäßige Strahlung abbekommen haben, sind ebenfalls viel älter geworden als die Normalbevölkerung … Man hätte anfangen sollen mit kleinen Reaktoren, die sich die Menschen in den Vorgarten hätten stellen können  … Glyphosat ist das ideale Herbizid und ein harmloser Stoff“ … CSU-Ortsvorsitzender und Gastgeber Markus Hammer findet die Gedanken des Festredners durchaus schlüssig.Interview mit dem CSU-Vorsitzenden Puchheim.

Brucker SZ vom 23.1.18: Fünf Jahre Streit um belastete Straßennamen. In Bruck werden Hunderte Alternativvorschläge eingereicht, doch viele Anwohner lehnen Umbenennungen weiterhin ab. Einigkeit besteht darin, nun endlich das kontroverse Thema abzuschließen … Der Kultur- und Werkausschuss sowie ein Arbeitskreis Straßennamen schieben sich das heikle Thema seit Jahren gegenseitig zu. Im Verlauf dieser Prozedur hat die Mehrheit der Stadträte von siebzehn Namensgebern bereits neun rehabilitiert, darunter den Wehrwirtschaftsführer Willy Messerschmitt, der den Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen forderte. Umbenannt werden sollen nur noch sechs Straßen, die Langbehn-Straße in Puch, gewidmet einem fanatischen antisemitischen Schriftsteller, sowie die Ederer-, Eschenauer-, Von-Gravenreuth-, Josef-Priller- und Zenettistraße in der Flughafensiedlung, die nach Offizieren und Piloten der Wehrmacht benannt sind. Strittig sind Reichspräsident Paul Hindenburg und der Weltraumpionier Wernher von Braun, weil eine Umbenennung im Arbeitskreis jeweils an einem Patt scheiterte.

Angriff auf die Sowjetunion kein Verbrechen mehr? In Russland wird dieser Tage des 75. Jahrestages des Sieges über die Hitler-Wehrmacht in Stalingrad gedacht. Was macht Deutschland? In ihrer Antwort erklärt die Bundesregierung, dass man den Krieg gegen die Sowjetunion nicht insgesamt als verbrecherisch bezeichnen könne. Man müsse „Einzelfälle“ prüfen.