Dreißig Mitglieder freuen sich

„Das Lichtspielhaus in Fürstenfeldbruck wird im Oktober wieder zum Kino. Ein Interimsbetrieb startet am 27. Oktober … Schließlich wird der städtische Kulturverein in dem denkmalgeschützten Gebäude auch Konzerte, Lesungen und Vorträge anbieten“ (Meldung der Brucker SZ). „Dem Verein haben sich mittlerweile circa 30 Mitglieder angeschlossen“ (Brucker Tagblatt). Ein gemeinnütziger Verein macht Kino und will das Gebäude nebenbei gegen Mietbeteiligung anderweitig nutzen lassen. Wer und wie man da aktiv werden kann, erfährt der geneigte Mitbürger nur auf Anfrage. Zwei „Initiativgruppen“ stritten zuvor um das Wohlwollen des OBs und seiner Verwaltung. Den Zuschlag bekam jene, die eine finanzielle Absicherung am besten zu garantieren schien, denn die Stadtverwaltung will die Unterhaltskosten nicht übernehmen. Der Verein „IG Lichtspielhaus“ will dieses Ziel mit einer Kino-Arthouse-Einrichtung erreichen. Da kann das Filmprogramm noch so gut sein, hier regiert allein der Konsumaspekt.
Kultur kostet Geld, schrieben wir vor ein paar Monaten, und meinten, die der Öffentlichkeit präsentierten Kunst- und Kulturleistungen, die seine Bürger für ihren Kulturstaat erbringen, habe der Kulturstaat mit dem Steuergeld seiner Bürger zu finanzieren. In diesem Fall offene Räumlichkeiten, die seine Bürger ohne Auflagen mit kulturellen Aktivitäten füllen. Darüber könnten sich alle Bürger freuen und nicht nur ein Verein, ein Kinobetreiber und wenige Filmfreaks. Wir brauchen eine Kulturpolitik, gemacht von Stadtbürgern für Stadtbürger. Öffentliche Räume, von ihren Nutzern demokratisch und selbstbestimmt genutzt, von der Stadtverwaltung wohlwollend unterstützt, finanziell gefördert, von Konsumzwang und Unterhaltskosten freigestellt und vor restriktiven Vorschriften geschützt. Das ist der beste Selbstschutz einer Demokratie, die von ihren Feinden zunehmend bedroht wird.