Die Bürger als kompetente Stadt- und Verkehrsplaner? Anderswo gibt es das längst.

Das Brucker Tagblatt hat am 29.12.17 den Sprecher des „Verkehrsforums FFB“, Thomas Brückner, interviewt. Darin heißt es: „Das Verkehrsforum (VF) hat Jubiläum gefeiert: Seit 25 Jahren engagiert sich die Gruppierung im Bereich Verkehrspolitik. Von Anfang an dabei ist der jetzige Sprecher Thomas Brückner, kurzzeitig auch Stadtrat für die Grünen …“ Darin machte Thomas Brückner unter anderem folgende Aussagen: „Thema Sulzbogen: Da schlägt die Stadt Schutzstreifen für Radler, also gestrichelte Linien auf der Fahrbahn, vor. Selbst die Bürger sagen: Das ist uns zu wenig, das ist keine Sicherheit. Wir versuchen, andere Lösungen einzubringen, sprich eine irgendwie geartete bauliche Trennung zwischen Radweg und Fahrbahn. Wir möchten, dass man Spielräume der Straßenverkehrsordnung nutzt und auch mal Modellversuche ausprobiert. Da fehlt irgendwo in der Stadtverwaltung noch der Mut, neue Wege zu gehen … Wir bräuchten eigentlich zwei Verkehrsplaner und zwei Radverkehrsbeauftragte in Vollzeit, um eine Verkehrswende zu schaffen … Weiterhin Straßen zu bauen, wie man es 50 Jahre lang gemacht hat, das sehen wir nicht als Lösung. Das ist auch klimapolitisch nicht vertretbar. Und jeder, der mitarbeiten will, ist herzlich willkommen.
Kommentar: Bürgerbeteiligung funktioniert, wenn sie gewollt ist. Der Brucker Stadtrat hat diesbezüglich bisher wenig Interesse gezeigt. Viel hilfreiches Material zur Einbindung der Mitbürger in städteplanerische Projekte bietet das Netzwerk Bürgerbeteiligung „Mitwirkung aller Akteure ermöglichen. Bürgerbeteiligung braucht die Mitwirkung aller relevanten Akteursgruppen, um der demokratischen Forderung nach politischer Gleichheit gerecht zu werden“. Intensive Anregungen bietet eine Broschüre des Deutschen Städtetages„Beteiligungskultur in der integrierten Stadtentwicklung. Arbeitspapier der Arbeitsgruppe Bürgerbeteiligung des Deutschen Städtetages“.