Kategorie: Natur+Umweltschutz

Statements von Thomas Brückner auf dem Fest zum 25-jährigen Bestehen des „Verkehrsforum FFB“

Bericht in der Brucker SZ vom 12.11.17: „163 Einzelmaßnahmen haben wir in dieser Zeit mit der Stadt zusammen bewältigt“, bilanzierte Brückner positiv … „105 Probleme haben wir noch zu bearbeiten“ … Größter Erfolg des Verkehrsforums war sicherlich die Ablehnung der Deichenstegstrasse durch den Bürgerentscheid gewesen … Brückner plädierte unter anderen in der Schöngeisinger und Puchher Straße für eine bauliche Umgestaltung im Sinne von Shared Space. Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer mit maximal Tempo 15 würden sich dann dort gleichberechtigt bewegen. Das wäre „eine Rückeroberung des Straßenraumes als innerstädtischer Lebenstraum zum Verweilen, Bummeln oder Kaffeetrinken“, formuliert das Verkehrsforum die To-Do-Liste. Ein Foto der Shared Space-Zone von Freising sollte quasi zum Nachmachen animieren … Schöngeisinger Straße/Ecke Hauptstraße würde den Verkehr nicht mehr packen. „Ein Kreisel dort würde den ständigen Stau auflösen“.
Kommentar: Schön wäre es, wenn der „Shared Space“ nicht wieder vorwiegend dem „Shopping“ diente, sondern vorwiegend die Lebensqualität der Bewohner dieser Straßenzüge heben würde. Definitionen und Infos zum Begriff der „Lebensqualität“ können hier und hier nachgelesen werden.
Das Brucker Tagblatt schrieb am 14.11.17: Mittlerweile eine etablierte Stimme in der Verkehrspolitik, haben die engagierten Bürger zu vielen Themen eine klare Meinung und ecken damit auch immer wieder an … Die Verkehrssicherheit hat das parteiunabhängige Gremium auch ein Vierteljahrhundert später noch im Auge … Verkehrsberuhigte Zonen und Einbahnstraßen stehen seit langer Zeit auf der Agenda des Verkehrsforums.

 

Verkehrsforum FFB … und kein Ende

25 Jahre „Verkehrsforum FFB“ … und kein Ende. Das Forum feiert sein 25-jähriges Jubiläum am Fr, 10.11., 19 Uhr, in den Räumen der Volkshochschule, Niederbronner Weg 5, FFB. Eine für alle offene Veranstaltung. Nach einem Grußwort des Oberbürgermeisters Erich Raff folgt ein etwa halbstündiger Vortrag über Aktivitäten, Erfolge und Misserfolge der Vereinsarbeit in den letzten 25 Jahren und ein Blick auf aktuelle Projekte und Vorschläge für Bruck. Als Gastreferent kommt zudem Herrn Hermann Seifert (Stabsstelle ÖPNV im Landratsamt), der geplante Entwicklungen im ÖPNV im Landkreis vorstellen wird. Im Anschluss Eröffnung der Ausstellung „25 Jahre VERKEHRSFORUM FFB … und kein Ende“, die auch einen Blick über die Brucker Stadtgrenze hinaus nach Holland und Kopenhagen wirft. Bei Snacks und Getränken bleibt ausreichend Zeit und Raum für Gespräche. Feiern Sie mit! Veranstalter: VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK – Alexa Zierl, Thomas Brückner und Martin Haisch.
„Unser Engagement in den letzten 25 Jahren war komplex und vielfältig“. – Die umfangreiche Übersicht.

Erneut Baumkahlschlag in Bruck?

Die Brucker SZ berichtete am 3.11.2017: Bund Naturschutz will 70 Bäume an der Industriestraße retten. 70 Bäume sollen für drei große Neubauten auf dem Gelände an der Industriestraße im Brucker Westen gefällt werden. Dort sollen neben dem Einkaufscenter weitere Geschäfte und Wohnungen entstehen. Der Bund Naturschutz (BN) protestiert und fordert die Stadt auf, die Bebauungspläne so zu ändern, dass der Kahlschlag unterbleibt …
Die Stellungnahme des Bund Naturschutz ist hier zu lesen.

Trend zur Versiegelung – nicht nur in Puchheim

Das Brucker Tagblatt berichtete am 29.10.17: „Puchheim will seine Grünflächen erhalten“. Doch das geltende Baurecht reicht dafür nicht aus. Flächen versiegeln ist auch Privatleuten erlaubt und Vorgärten sind nicht vorgeschrieben. Eine spezielle Satzung umgeht in München dieses Problem: „Deren Freiflächengestaltungssatzung gibt unter anderem vor, dass Flachdächer und großflächige Außenwände zu begrünen sind. Letztere zum Beispiel mit Kletterpflanzen. Für jeweils fünf Stellplätze ist zudem ein großer Laubbaum vorgeschrieben. Zufahrten sind auf ein Minimum zu beschränken. Außerdem sollen diese in der Regel wasserdurchlässig sein.“ Die Puchheimer CSU bezweifelt „ob ein solches Instrument für die Stadt Puchheim hilfreich sein kann“. Außerdem könnten auch Steingärten schön sein und Vorgärten in Puchheims Einkaufsmeile seien eher hinderlich. Ist das so zu verstehen, dass Rasenboden und Bepflanzungen die Geschäfts- und Konsumvorgänge in Puchheims Einkaufsstraße behindern könnten, weil der Raum fürs Parken von Autos und Fahrrädern darunter leiden würde? Denn ästhetische Gründe kann die Ablehnung einer „Freiflächengestaltungssatzung“ kaum haben. Die übrigens auch gesundheitliche Effekte hätte: Begrünung schluckt bekanntlich Feinstaub und Stickstoffdioxid und senkt sommerheiße Temperaturen. Wenn man es richtig macht. Hierfür liegen Forschungsergebnisse vor. Letztlich senkt das auch die Kosten erwartbarer Negativfolgen, setzt man Einkaufsstraßen den Umweltbelastungen schutzlos aus. Nach Schätzungen der EU-Kommission kosten die Mikropartikel in der Luft jährlich 300.000 Europäern das Leben.
Fakten über »Green City Solutions«: hier und hier.

Bund Naturschutz: „Schleifring lässt abholzen“

Pressemitteilung des Bund Naturschutz – Ortsgruppe FFB: Warum diese Empörung vieler Brucker Stadträte? Da werden Krokodilstränen vergossen, weil die Fa. Schleifring auf ihrem Grundstück in der Hasenheide den bestehenden Wald komplett hat abholzen lassen, um dort Parkplätze einzurichten. Sowohl Forstamt als auch der Bund Naturschutz haben sich in ihren Stellungnahmen vehement gegen eine Abholzung dieser siedlungsnahen Waldflächen ausgesprochen. Ihre Funktionen als Lärmschutzwald, lokaler Klimaschutzwald und Erholungswald sind auch im Flächennutzungsplan der Stadt FFB festgelegt. Seit Jahren genehmigt der Stadtrat Bebauungspläne, die das Fällen vieler Bäume, sogar die Rodung von wertvollen und schützenswerten Waldstücken und Parkanlagen beinhalten. Zu nennen sind die Erweiterung der Fa. Schleifring 2007, der Bau der psychiatrischen Klinik, die erneute Ausdehnung der Fa. Schleifring, die Fällungen im Kester-Häusler-Park, etc. Und es soll so weitergehen. In der Industriestraße sollen 70 Bäume der Umgestaltung des Areals zum Opfer fallen und auch beim Bauvorhaben in der Senserbergstrasse werden weitere Bäume gefällt werden. Bei all diesen Baumaßnahmen hat der Stadtrat die zentrale Vorgabe des Bundes-Naturschutzgesetzes verletzt. Es heißt dort im § 13 Allgemeiner Grundsatz: Erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft sind vom Verursacher vorrangig zu vermeiden. Die Ortsgruppe FFB des Bund Naturschutz hat sich in Stellungnahmen, Ortsbesichtigungen, einem Pressegespräch und auch in Gesprächen mit den Fraktionen des Stadtrates gegen diese Fällungen ausgesprochen und auch auf Alternativen hingewiesen. Ohne Erfolg! Dem Stadtrat war das Wohl der Unternehmen und Investoren wichtiger als das seiner Bewohner und der Umwelt. Wir haben die umfangreichen Rodungen abgelehnt, weil dadurch Teile des Brucker Grünzugs verloren gingen. Bäume, Sträucher und Grünflächen sind in Bezug auf das Kleinklima von immenser Bedeutung, als Korridor für die Frischluftzufuhr und Kühlfunktion der Wohngebiete, aber auch für die Vernetzung von Flora und Fauna. Wälder und Bäume dienen dazu, die Anwohner in den Städten vor den Einflüssen der zunehmenden Umweltverschmutzung und des Klimawandels mit seinen längeren Hitzeperioden zu schützen. 2016 war das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globalen Temperaturen lagen um 0,94 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts. Es war damit das dritte Rekordjahr in Folge (SZ 18.1.17). Bäume und Sträucher dienen der Luftverbesserung und der Lärmminderung. Um diese Schutzfunktion erfüllen zu können, benötigen die Grünzüge eine zusammenhänge Fläche. Entscheidend ist auch die Verteilung der Grünflächen. Studien haben ergeben, dass der Abkühlungseffekt (selbst) eines großen Parks ein, zwei Straßen weiter schon nicht mehr messbar ist. Mehrere kleine Grünflächen und Straßenbäume, gleichmäßig auf die Stadt verteilt, verbessern das Stadtklima nachhaltiger. Dem Erhalt von alten Bäumen mit entsprechend großen Kronen ist deshalb Vorrang einzuräumen vor einem Ersatz durch Neuanpflanzungen! Neuanpflanzungen als Ausgleich außerhalb der Stadt verbessern das Klima in der Stadt nicht. Wälder, alter Baumbestand und Grünflächen in der Stadt gewinnen deshalb immer größere Bedeutung. Sie sind nicht nur ein Naherholungsgebiet für uns Menschen, sie leisten auch einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Klimaschutz. Wir fordern deshalb den Stadtrat auf, bei Bauvorhaben, dem Grundsatz des Naturschutzgesetzes Rechnung zu tragen und alternativen Planungen, die Bäume und Grünzüge erhalten, den Vorzug zu geben.
Bund Naturschutz Ortsgruppe Fürstenfeldbruck / Emmering: Friedrich Meyer-Stach, Ortsvorsitzender, Zeppelinstraße 10, 82256 Fürstenfeldbruck, Tel.: 08141 20668

Rüstungsfirma Schleifring führt Regie in Bruck

Meldung in der Brucker SZ vom 19.10.17: Schleifring hat im Gewerbegebiet Hasenheide mehr als einen Hektar Wald gerodet, um dort vor allem Stellplätze anzulegen. Viele Stadträte sind empört und werfen dem Unternehmen vor, sich nicht an Vereinbarungen zu halten … Die von Schleifring beantragte Fällung von vier weiteren Eichen am nördlichen Straßenrand wurde abgelehnt – als Hebel für weitere Verhandlungen … Die Stadträte jedenfalls hatten es erklärtermaßen so gemeint, dass auch die Bäume nur dort Stück für Stück gefällt werden … Die Fällung von vier um die 40 Jahre alten Eichen, die auf dem nördlichen Firmenareal zwei geplanten Zufahrten im Wege stehen würden, wurde von einer großen Mehrheit aber untersagt … Am südlichen Rand der Maisacher Straße sind auf einem großen Grundstück die Bäume gefällt worden … Schleifring hat im Gewerbegebiet Hasenheide mehr als einen Hektar Wald gerodet, um dort vor allem Stellplätze anzulegen … Weil man aber „heute nicht mehr viel zurückdrehen“ könne (Hans Schilling, CSU), will eine deutliche Mehrheit der Stadträte bei Anliegen der Firma Schleifring künftig sehr restriktiv sein – wohl wissend, dass man es sich schwerlich leisten kann, einen der wichtigsten Gewerbesteuerzahler der Stadt ganz zu verprellen. Gleichwohl soll nun Spielraum für Nachverhandlungen ausgelotet werden …
Ausgleichsangebot der Stadt: Ihr unterschreibt einen städtebaulichen Vertrag über ein Parkdeck, wir helfen euch und genehmigen auch die Fällung der vier Eichen … Offen ist, ob sich Schleifring auf so einen Deal einlässt, würde der doch die Baukosten in die Höhe treiben.
Aus einem Kommentar der Brucker SZ vom 19.10.17: Die Firma Schleifring hat auf ihrem Grundstück flächendeckend abgeholzt und damit den Stadtrat richtig vorgeführt. Wer eine Regelung verabschiedet, die sinngemäß lautet, die Bäume dürfen nach Bedarf umgehauen werden, hat nichts anderes verdient … Bereits 2007 hat die Mehrheit einer Erweiterung von Schleifring zugestimmt, damals um etwa 11 000 Quadratmeter, jetzt um zwei Flächen mit insgesamt 14 000 Quadratmetern. Ausgleichsflächen kann man sowieso vergessen, denn für Naturzerstörung und Versiegelung gibt es keinen Ausgleich, allenfalls einen Ablasshandel oder Alibiaktionen wie die Teilnahme eines Schleifring-Teams beim Stadtradeln. Der Kahlschlag wird weitergehen, demnächst auch nebenan auf dem Fliegerhorst-Gelände, wo ein schöner Wald verwertet werden will.

Wasserrecycling könnte 96 % des Wasserverbrauchs abdecken

Das Brucker Tagblatt meldete am 12.10.17: Die Gemeinde Emmering hat 2016 350 Millionen Liter Wasser verbraucht. Für die Toilette, Duschen oder Waschen braucht jeder Emmeringer rund 125 Liter täglich … Die Wasserqualität ist sehr gut. Die Nitratbelastung des Grundwassers ist für Emmering ebenfalls kein Problem … 36 Prozent für Baden und Duschen, 27 Prozent für die Toilette, zwölf Prozent für Wäschewaschen und jeweils sechs Prozent für Geschirr spülen und Garten- beziehungsweise Autopflege … Lediglich vier Prozent dienen Essen und Trinken … „Wir haben es hier mit sogenanntem Tertiärwasser zu tun. Das heißt, es ist über 100 Jahre alt und so frei von Pflanzenschutzmitteln oder Nitratverunreinigungen.“ – „Das sollte man sich mal vor Augen halten, wie viel wir tatsächlich vom Frischwasser zum Trinken verwenden. Alles andere könnte man mit einem nicht so reinen Wasser auch machen“, berichtete Erich Eggerstorfer von der Energie Südbayern.
Es gibt alternative Wassernutzungsmöglichkeiten, um die erdgeschichtlich wertvollen Wasservorräte unter unseren Böden vor Verschmutzung und letzlich Vernichtung zu schonen bzw. zu retten. Eine fachlich versierte Darstellung: „Perspektiven für neue Abwasserkonzepte“, von Ralf Otterpohl, Technische Universität Hamburg-Harburg. Kapitel in seinem Bericht: Willkommen in der Zukunft – Null-Emissions-Konzepte in der kommunalen Abwasserwirtschaft, Nachteile der konventionellen Abwasserwirtschaft, Regionalplanung in der Abwasserwirtschaft, Grundlegende Betrachtungen zum Modell der Sanitärsysteme mit Teilstrombehandlung und zum richtigen Wassermanagement, Kostengünstige wartungsarme vor-Ort-Systeme, Verbesserung der bestehenden Abwasserinfrastruktur.

Offener Brief für die Zukunft der Landwirtschaft

An: Frau Maybrit Illner, Frau Sandra Maischberger, Herrn Peter Kloeppel, Herrn Claus Strunz
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren, liebe Journalistinnen und Journalisten, in wenigen Tagen werden Sie Angela Merkel und Martin Schulz in der Debatte der Spitzenkandidaten mit den drängendsten Fragen konfrontieren, die sich stellen, wenn man politische Verantwortung für eine der größten Volkswirtschaften der Welt übernimmt. Die unterzeichnenden Personen und Organisationen fordern Sie mit diesem Brief dazu auf, dabei ein Thema aufzugreifen, das für die Zukunft unseres Landes und die aller Menschen weltweit zentrale Bedeutung besitzt: der Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere mit der Ressource Boden. Weltweit gehen fruchtbare Böden im Umfang von ca. 10 Millionen Hektar jährlich durch eine falsche landwirtschaftliche Nutzung und durch die Folgen des Klimawandels verloren. Das entspricht fast der gesamten Fläche, die in Deutschland als Ackerland genutzt wird. Nicht nur für die unmittelbar betroffenen Menschen ist dies katastrophal …
Der offene Brief ist auf der Webseite der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis München veröffentlicht worden. Unterschrieben haben ihn diverse Persönlichkeiten aus der Bio- und Landwirtschafts-Szene, Wissenschaftler, Politiker und Forscher.

Pestizide und Glyphosat schädigen Umwelt und Menschen überall

Der hohe Pestizideinsatz im Apfelanbau in Südtirol ist kein Einzelfall. In anderen Regionen des intensiven Obstbaus, wie am Bodensee oder dem Alten Land bei Hamburg, sieht es nicht besser aus. Und auch die Mais- und Rapsmonokulturen in Bayern sind Umwelt- und Gesundheitskiller. Zur Zeit wirbt Südtirol mit großen Plakaten überall in Deutschland für sich als Urlaubsregion. Die Fotos in Plakatgröße zeigen beeindruckende Landschaften, Berge und Almwiesen. Immer mehr Menschen in Südtirol wehren sich. Es kann nicht sein, dass eine kleine Gruppe Grundbesitzer und Grundbesitzerinnen ohne Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Mitmenschen, die Natur, den Tourismus und den Rest der Landwirtschaft Gift spritzt. Das Thema ist heiß in der Landespolitik: Wer es anfasst, riskiert Prügel von der mächtigen Apfel-, Chemie- und Grundbesitz-Lobby. Trotzdem tut sich was, denn die Faktenlage ist klar. In Mals im oberen Vinschgau stimmten über 75 Prozent der Menschen in einer Volksabstimmung für ein totales Pestizidverbot aus. Das Umweltinstitut München startete eine Kampagne, um die Pestizid-Rebellen von außen zu unterstützen. Und immer mehr Bauern und Bäuerinnen steigen auf ökologische Landwirtschaft um, insbesondere wenn ein Betrieb an die junge Generation übergeben wird. Monokulturen von Apfelbäumen, die an Drähten und Betonsäulen hochwachsen, prägen die Landschaft. Diese Intensität der Plantagenwirtschaft funktioniert nur mit Hilfe eines ausufernden Chemieeinsatzes: Mehr als 45 Kilogramm Pestizide landen pro Jahr auf jedem Hekar landwirtschaftlicher Fläche in Südtirol. Zum Vergleich: Im Durchschnitt sind es in Italien „nur“ 6,6 Kilogramm pro Hektar und Jahr.
M5S-(Landtags-)Abgeordneter Paul Köllensperger in Südtirol: „Ich glaube, dass die Landesregierung und generell die Südtiroler Volkspartei bei dem Thema richtig unter Druck gesetzt wird, vor allem von der starken Bauernlobby … das höchste Gut muss in meinen Augen die Gesundheit sein. Und die sollten wir nicht mit teils hochtoxischen Substanzen gefährden, die nicht nur auf Gründen von Biobauern, sondern auch in Schulhöfen oder Wohnungen landen.“
Solidarität mit Mals: Die BürgerInnen aus dem Südtiroler Dorf Mals haben beschlossen, Pestizide in ihrem Ort zu verbieten, doch die Landesregierung will das unmöglich machen. Erklären Sie Ihre Unterstützung für die Pestizid-Rebellen gegenüber dem Südtiroler Landeshauptmann. Infos: Umweltinstitut München. – Ein Bericht in „Schrot&Korn“.
Bericht in „der freitag“: „Die Monokultur ist das größte Problem für unsere Insekten“.

Zuviel Natur verschwindet unter Beton

Meldung der Brucker SZ am 3.8.17: 2013 hatte der Bund Naturschutz im Landkreis mehr als 3000 Unterschriften gesammelt und damit gefordert, weitere Flächen für Straßen, Wohnungen und Gewerbe nur äußerst restriktiv zu vergeben und bei Gewerbegebieten nach gemeindeübergreifenden Lösungen zu suchen. Richtig weitergekommen sei man nicht, sagt Eugenie Scherb, Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz (BN) … die Bodenversiegelung bringt es mit sich, dass der Untergrund Regenwasser nicht oder kaum mehr aufnehmen kann und damit auch das Risiko steigt, dass es bei starken Regenfällen örtlich zu Überschwemmungen kommt … Für Tiere und Pflanzen geht durch die Versiegelung wertvoller Lebensraum verloren und ihre verbleibenden Lebensräume werden zerschnitten … Für Fürstenfeldbruck beträgt der Bodenversiegelungsgrad 20,5 Prozent.
Info: Bayernweit hat die versiegelte Fläche zwischen den Jahren 2000 und 2015 um zirka 670 Quadratkilometer zugenommen. Das entspricht der Größe von Bodensee, Chiemsee und Starnberger See zusammen. Deutschlandweit ist Bayern damit für knapp die Hälfte der Neu-Versiegelung – also neu asphaltierte, betonierte oder bebaute Fläche – verantwortlich. Bayerns Grüne haben dieser Bodenversiegelung nun den Kampf angesagt. Die Landespartei beschloss Ende Juli ein Volksbegehren gegen den Flächenverbrauch zu initiieren – Titel: „Damit Bayern Heimat bleibt – Betonflut eindämmen.“