Kategorie: Fliegerhorst

Krieg verteidigt nicht die Kultur, er widerspricht ihr in allem!

Stellungnahme des Herausgeberkreises des Internetportals „FÜRSTENFELDBRUCK AKTIV – Information und Diskussion für eine gemeinwohlorientierte Stadt- und Landpolitik“:
Kampfjets als Denk-Mal?
Der Konversionsausschuss im Stadtrat überlegt, stillgelegte Düsenjäger auf dem Fliegerhorst mit städtischem Geld der Bundeswehr abzukaufen, um sie als Erinnerungs-Denkmäler auszustellen.

Unsere Meinung: Ist das nützlich oder kann das weg? So kann das berühmt gewordene Wort der Reinigungskraft beim Anblick einer Kunstinstallation von Joseph Beuys – „Ist das Kunst oder kann das weg?“ – aktuell gewendet werden. Die Antwort fällt uns nicht schwer: Das ist Schrott, der für todbringende Kriegseinsätze gemacht wurde. Noch immer werden Kampfjets und Bomben gebaut und von der Bundeswehr weltweit eingesetzt. Neben vielerlei anderem Kriegsgerät. Das ist weder Kunst, noch kulturell wertvoll und schon gar nicht von Nutzen für ein friedvolles Miteinander. Weshalb nicht? Der Psychoanalytiker, Theologe und Schriftsteller Eugen Drewermann sagt es so:
„Stellen Sie sich vor, wir hätten die letzten 25 Jahre die enormen Anstrengungen für Rüstung konvertieren können für die wirkliche Lösung der Probleme der Welt: Hunger, Elend, Naturzerstörung, Analphabetismus, Seuchen, Krankheiten … Stattdessen wird die Bevölkerung bei Katastrophen gebeten, in den nächsten sechs Wochen persönlich zu helfen, etwa für die Katastrophe in Mexiko, in Haiti oder sonst wo … Unsere Feinde wären aber nicht unsere Feinde, würden wir mit ihnen reden und versuchen, sie zu verstehen. Für jeden Mann und jede Frau ist das die normale Form der Versöhnung, warum sollte sie zwischen Staaten nicht möglich sein? … Drei Viertel aller Opfer sind Kinder, sind Frauen, sind alte Leute. Und dann will man den Sieg feiern … der Krieg verteidigt nicht die Kultur, er widerspricht ihr in allem.“
Wem nutzt Kriegsgerät? Den Millionen Toten und Kriegsversehrten nicht. Den zum Kriegsdienst Verpflichteten nicht. Den Notleidenden und Drangsalierten nicht. Den Arbeitenden und Arbeitslosen nicht. Den Lernenden und Kindern nicht. Allen Lebenden nicht, weil Krieg ihr Leben bedroht. Aber den Produzenten sehr viel, weil davon ihr Geldbeutel klingelt. Auch psychotischen Militärjunkies, denen Kampfhandlungen als Drogenkick dienen.

Deswegen sagen wir: Keine städtischen Gelder für die Bundeswehr, die damit neue Waffen von Heckler & Koch kauft! Weg mit dem Kriegsschrott! Die Rüstungsfabrikation konvertieren!
Sich dafür einzusetzen, wäre die Aufgabe der gewählten Politiker einer Stadt mit einer unseligen Militärvergangenheit, indem sie vor Ort konkrete Politik für den Frieden auf der Welt machen und so unseren Kindern als Vorbild dienen. Und es wäre die Aufgabe eines OBs, der sich der weltweiten Organisation „Mayors for Peace“ verbunden fühlt und so seine Ernsthaftigkeit unter Beweis stellt.

Kulturraum Fürstenfeldbruck – Herausgeberkreis des Internetportals www.ffbaktiv.de.

Karikatur als Kommentar von Guido Zingerl, Kunstpreisträger 1985 des Landkreises Fürstenfeldbruck:

Militärschrott als Denkmäler?

Die Brucker SZ berichtete am 18.9.17: „Historisches Erbe mit Flügeln. Kreisstadt bekundet beim Bund grundsätzliches Interesse an bis zu sechs demilitarisierten Düsenjägern und Propellerflugzeugen. Die Exponate könnten nach Abzug der Luftwaffe an die Geschichte des Fliegerhorsts erinnern“.
Das Brucker Tagblatt am 20.9.17: „Konversionsausschuss - Stadt will alte Militär-Flugzeuge kaufen. Kampfflugzeuge im Besitz der Stadt? … Die CSU stellt sich vor, einigeausrangierte Flugzeuge in Fursty zu erwerben und als Denkmal stehenzulassen.“
Zu den Beiträgen erschienen in der Brucker SZ am 27. September 2017 zwei Leserbriefe: „Fliegerhorst Bruck soll eine Friedensbotschaft aussenden … SZ-Leser kritisieren eine Ausstellung von Waffentechnik und plädieren für eine Erinnerungskultur, die aufklärende Bildungsarbeit an den Schulen in den Vordergrund stellt“:

Kampfjets im Fliegerhorst als Denkmal?
Wem nutzt die Ausstellung alter Waffentechnik auf dem geplanten Wohnungsbaugelände Fliegerhorst? Laut dem Spitzenkandidaten der AfD, Alexander Gauland, „… haben wir das Recht, stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. So relativiert man Verbrechen. Ehrliche Erinnerungskultur benennt das Negative, fragt nach Alternativen, diskutiert sie und fordert sie ein. Mit alten Düsenjägern, weil sie zur „Brucker Luftwaffen-Geschichte“ gehören? Altes Kriegsgerät auszustellen begleitet bloß die Pflege einer tödlichen und traurigen Tradition. Das wäre Simulation von Geschichtsbewusstsein. Sollte nicht endlich eine positive begründet und gepflegt werden? Sollte vom Fliegerhorst, auf dem schreckliche Ereignisse stattfanden, nicht besser eine Friedensbotschaft ausgehen?

Was traumatisierte Geflüchtete, zu erwartende Besucher und später Mieter auf dem Gelände sehen sollen, ist ein Militärmuseum und eine Militärkirche, sind etliche denkmalgeschützte Nazigebäude und dazu Kampfjets – zusammen „historisches Erbe“ genannt. Wenn an militärische Tradition erinnert werden soll, wären dann nicht Bilder von den Folgen militärischer Aktionen passender: Kriegsaufmärsche, zerbombte Städte, zerfetzte Leichen und die Zerstörung ganzer Landstriche? Und Bilder von Ertrinkenden, vom Elend der Menschen an Grenzzäunen, von provisorischen Massenquartieren, in denen sie erniedrigt werden – weil wir die fliehenden Kriegsopfer abweisen? Nein, das will man niemandem zumuten.
Stattdessen wäre eine Installation denkbar, die sich an der „Non Violence“-Skulptur orientiert, einem verknoteten und so funktionsuntüchtig gemachten Revolver vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York. Aus einem der Düsenjäger könnten Künstler eine „Non War“-Installation gestalten, die dem Begriff „Denk-Mal“ zur Ehre gereicht, die angesichts des anschwellenden Kriegsgeschreis und neuen Rüstungswettlaufs eine Friedensbotschaft ausstrahlt und ungute Wehrmachtstraditionen infrage stellt. Daran könnten aufklärende Bildungsmaßnahmen in Schulen unserer Stadt anknüpfen. So wäre eine neue und bessere Erinnerungskultur auf den Weg gebracht. Machen wir Bruck zu einem Vorbild für Friedenspädagogik! Steht OB Erich Raff zu seiner Mitgliedschaft im weltweiten Bündnis „Mayors for Peace“? Dann setzt er sich dafür ein und wird berühmt!
Harald Buwert, Olching

Kein Museum für Militärschrott
In der Diskussion um eine Gedenkstätte auf dem Fliegerhorst kann ich nur der Meinung von Herrn Setzwein zustimmen: Weg mit altem Kriegsschrott und schon überhaupt kein Geld der Steuerzahler dafür. Wie schwach hier die Begründung des von mir geschätzten Herrn Bierl für seinen gegenteiligen Standpunkt ist, zeigt schon allein, dass er seine Forderung nach Ankauf und eine Art Museum als „selbstverständlich“ bezeichnet.

Selbstverständlich ist bei einer solchen Diskussion rein gar nichts! Nach meiner Meinung brauchen wir kein solches Museum für alten Militärschrott oder auch Kriegshelden. Andere Nationen sollten ebenfalls die Finger davon lassen, egal ob es sich um angeblich ruhmvolle Schlachtfelder, Kriegsgerät oder Kriegshelden wie den Alten Fritz, Napoleon, Bomber Harris oder andere handelt. Dafür brauchen wir Orte, wo die Verbrechen und Schrecken der Kriege und verbrecherischer Ideologien verdeutlicht werden, zum Beispiel Verdun, Langemarck, Dachau, Oranienburg, Hiroshima, Nagasaki, Katyn, Bautzen, und anders mehr
Wir brauchen auch kein weiteres Flugzeugmuseum. Wer so ein Museum besuchen will, kann ins Zweigmuseum des Deutschen Museums bei Schleißheim gehen. Dorthin gehören auch die in Fürstenfeldbruck gesammelten Erinnerungsstücke an die alte Fliegerschule. Wir haben überhaupt manche unnötigen und nur finanzielle Verluste bringende Ausstellungen und Orte der „Erinnerungskultur“. Das Gelände des Fliegerhorstes könnte man viel sinnvoller für den Wohnungsbau nutzen, möglichst auch teilweise für Kriegsflüchtlinge.
Das wäre dann auch ein kleiner Beitrag zu Wiedergutmachung und Völkerversöhnung. Zur Erinnerung an den Fliegerhorst würde auch eine Gedenktafel, vielleicht auch in Kombination mit einem Gedenken an das schreckliche Geschehen bei den Olympischen Spielen 1972, vollauf genügen.
Dr. Ludwig Kippes, Puchheim

 

Nie mehr Militärflugplatz Fürstenfeldbruck?

Die Brucker SZ meldete am 9.10.17: Norman Dombo, seit 25 Jahren Vorsitzender der 1992 gegründeten Bürgerinitiave gegen Fluglärm, lädt zum „Freitag, 13. Oktober, ins Bürgerzentrum Gernlinden zur letzten Jahreshauptversammlung, in der sich die Initiative selbst auflösen wird.“ Der Grund: „Am letzten Tag des Jahres 2015 hat das letzte Flugzeug den ehemaligen Militärflugplatz Fürstenfeldbruck verlassen … Die Bürgerinitiative zählte in ihrer aktivsten Zeit in den Neunzigern laut dem Vorsitzenden Dombo mehr als 1400 Mitglieder. Außerdem sei der Maisacher Verein die erfolgreichste Bürgerinitiative gegen Fluglärm in ganz Deutschland, sagt er, da der Widerstand der Bürger Früchte gertragen habe … „Es ging wirklich darum, etwas für die Allgemeinheit zu tun.“ Er wollte die Lebensqualität seiner Mitbürger steigern. Die Initiative habe dann auch starken Rückhalt in der Bevölkerung erfahren … Die Auflösung des Flugplatzes sei jedoch eine politische Entscheidung gewesen. „Was wäre, wenn sich eine neue politische Mehrheit finden würde?“, warnt Dombo … Das Thema sei aber „niemals gänzlich vom Tisch“.
Kommentar: Damit hat er recht, denn die aktuell kriegerischen Zeiten brigen so manchen Politiker auf den seltsamen Gedanken, die kriegerischen Zerstörungskräfte unserer Welt seien noch nicht groß genug. Erhöhungen der Rüstungsetats seien notwendig. Ja, sogar der Ankauf alten Düsenjäger-Schrotts sei opportun. Soll so die Wehrbereitschaft der Bevölkerung gestärkt werden und der Bundeswehr städtisches Geld zufließen, um mehr Waffen kaufen zu können?

Mensch und Natur. Verträgt sich das?

Auf dem Gelände des Fliegerhorsts wird das Miteinander von anscheinend Unvereinbarem geplant und geprobt. Merkwürdige Konstellationen ergeben sich, Widersprüchliches entsteht, Kurioses kündigt sich an. Wir zitieren in Kursiv-Schrift aus einem umfangreichen und faktenreichen Bericht des Brucker Tagblatts vom 29.9.17 und äußern dazu ein paar unbotmäßige Gedanken:
Am alten Flugplatz bei Maisach wird gebaut. Nein, noch nicht die Umfahrung und erst recht nicht die Trabrennbahn. Es wird die Natur umgebaut.
Ach so, nur die Natur, die hier längst nicht mehr natürlich ist. Jetzt wird die umgebaute Natur erneut umgebaut. Zu wessen Nutzen?

Nirgendwo in Südbayern gibt es zusammenhängende Wiesenflächen in vergleichbarer Größe. Deshalb und wegen des Artenreichtums wurde das Gebiet im Jahr 2004 vom Freistaat Bayern als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Gebiet nachgemeldet … in einem FFH-Gebiet stehen Pflanzen, Tiere und deren Lebensräume unter besonderem Schutz.
Soll heißen, dort darf „die Natur“ nicht durch menschliche Eingriffe verändert werden. Es sei denn, die Obrigkeit will es, weil sie meint, dass sie Höherem im Wege steht.

Der Mensch greift in die Natur ein und macht sie damit zu einer besseren Natur? Hört sich unlogisch an … „Aber man darf nicht vergessen: Das hier ist keine Natur. Das sind von Menschen gemachte Lebensräume.“
Hiermit sind nun die Flächen außerhalb des FFH-Gebietes gemeint, die tier- und pflanzengerecht gepflegt und gehegt werden sollen. Bis eine gegenteilige Order zu Baumaßnahmen führt. Dazu kann es irgendwann kommen.

Durch den Rückbau von Rollbahnen kommen rund sechs Hektar neue Wiese hinzu … Die Wiesen im Nordteil des Flugplatzes werden gepäppelt … Die neue Staatsstraße wird zu beiden Seiten eingezäunt sein. Im Norden, um das FFH-Gebiet zu schützen, im Süden als Abgrenzung zum Fahrsicherheitszentrum von BMW und Polizei. Generell wird das ganze FFH-Gebiet auch künftig von einem Zaun umgeben sein.
Grenzzäune zum Schutz der Natur vor den Menschen oder zum Schutz der Menschen vor der Natur? Es zeigt sich:

… dass zuletzt ziemlich viele Rehe abgeschossen werden mussten – BMW sehe die Tiere ungern über die Teststrecke springen.
Nun wissen wir’s: Es sind die Unternehmensinteressen, die nicht gestört werden dürfen. Man weiß ja: „Das Kapital ist ein scheues Reh“ – das sich hier vor den wilden Artgenossen abgrenzen muss. Wir hier, ihr dort. Man stärkt die Grenzkontrollen, um das Einddringen und die illegalen Aktivitäten der fremdartigen Lebewesen zu verhindern. Gerne auch mit Gewalt.

„Da hat damals keiner daran gedacht, dass das zu Konflikten führen könnte“.
Also wurde nachgebessert und die Grenzanlage perfektioniert. Jetzt ist das besetzte Gebiet sicher.

Wenn jetzt mancherorts gejammert wird, dass eine Staatsstraße und eine Trabrennbahn am FFH-Gebiet gebaut werden, dann kontert Schober: „Bis jetzt hat sich kein Mensch um das Gebiet gekümmert.“ Erst durch die geplante Nachnutzung erfolge jetzt die Aufwertung der Flächen.
Immer noch wird das „Kümmern“, die „Aufwertung“ durch private „Nachnutzung“ nicht allseits akzeptiert? Der Widerspruch zwischen Mensch und Natur  wird gelöst, indem man die Aufwertung der Kümmerer vor wildwucherndem Naturgeschehen abgrenzt und sie den Menschen erfahrbar und nachvollziehbar, ja akzeptabel darreicht:

Auf irgendeine Weise muss das Areal für die Bevölkerung geöffnet werden. Man muss den Leuten nahe bringen, was hier passiert“, sagt Schober.
Das Ergebnis darf begutachtet, der Naturbetrachtung geöffnet werden: „Seht nur, wie einträchtig und friedlich nicht Vereinbares nebeneinander her existieren kann, solange die lästige Natur nicht unseren profitlastigen Plänen in die Quere kommt“.

Gedacht wird deshalb an einen Aussichtsturm am Rande des alten Flugplatzes. Möglich wären auch Führungen mit Ornithologen und anderen Experten.
So wird der Blick über den Grenzzaun hinüber ins feindliche Lager zum touristischen Highlight für die staunende Bevölkerung. Kindergarten- und Schulkinder werden große Augen machen und erschrocken weinen, wenn sie die anstürmenden Tierkörper sehen, die verzweifelt versuchen, die Grenzanlagen zu überwinden. Oder gähnen, wenn sich „drüben“ (erb)ärmlicherweise so gar nichts regt und nur Gras und Bäume zu sehen sind. Da fehlt dann nur noch der Klingelbeutel.

Mit dem Lärm manchmal quietschender Reifen (von BMW), dem Verkehr einer Umfahrung und zu einer Trabrennbahn könne man vergleichsweise leben.
„Schaut mal, Kinder“, wird es heißen: „So oder so ähnlich sah Natur mal aus. Aber bitte nur schauen und die lieben Tiere nicht stören! Und vom Lärm hinter euch lasst ihr euch dabei bitte nicht ablenken!“ Denn:

„Hier am alten Flugplatz im Süden von Maisach ist man mitten in der Natur – und doch auch wieder nicht.“
Und zum guten Schluss wird es heißen: „Danach, liebe Kinder, schauen wir uns noch das Düsenjäger-Denkmal an und gehen ins Militärmuseum. Damit ihr wisst, wozu wir Menschen noch alles fähig sind!“

Nazibauten spalten Konversionsausschuss des Stadtrats

Die Brucker SZ berichtete am 14.9.17: Andreas Ströhle (BBV) lehnt den umfassenden Erhalt denkmalgeschützter Fliegerhorstgebäude ab, Andreas Lohde (CSU) widerspricht … für den BBV-Stadtrat steht die an Krieg und Leid erinnernde, bombastische Blut- und Bodenarchitektur der Nazis einer auf die Bedürfnisse künftiger Bewohner zugeschnittenen Bebauung eher im Weg … Ein etwa 50 Meter langes Teilstück würde seiner Ansicht nach genügen, um späteren Generationen das Wesen dieses Komplexes zu veranschaulichen … Andreas Lode – der CSU-Fraktionsvorsitzende würde sogar gerne einige Gebäude, die das zuständige Landesamt gar nicht unter Denkmalschutz stellen will, notfalls auf eigene Faust und Rechnung erhalten … Viele Brucker Stadträte haben sich noch nicht entschieden und schwanken zwischen Ströhles und Lohdes Position.
Das Tagblatt berichtete am 16.9.17 ausführlich über eine neue Studie zum Fliegerhorst.
Kommentar: Naziarchitektur unter Denkmalschutz? „Denk-mal“ ist eine Aufforderung, sich zu erinnern. Dieses Erinnern kann nur dem Wahnsinn gelten, der vor einigen Jahrzehnten geschah. Sind diese Bauten so schön, gut und erhaltenswert, das man darin Menschen von heute wohnen lassen möchte? Oder sie auf ein finsteres Teilstück blicken zu lassen, dass ihnen den Tag vermiesen würde? Ernsthafte Erinnerungskultur sollte heutzutage der Abwehr rechtsgerichteter Politik gelten, die schon wieder dabei ist, unseren Alltag zu vergiften und in den Bundestag einzuziehen. Davor zu warnen, ist die Aufgabe eines Denkmals im ehemaligen Nazi-Fliegerhorst.
Eher lustig erscheint der Vorschlag, die Stadt möge die kleine Kirche kaufen. Soll in ihr der OB von der Kanzel herab seine Politik verkünden?
Info:
Geschichtsrevision á la AfD: Spitzenkandidat Alexander Gauland hat vor AfD-Anhängern gefordert, keine Verantwortung mehr für die Verbrechen deutscher Soldaten zu übernehmen. Stattdessen hätten die Deutschen das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen im ersten und zweiten Weltkrieg.

Fliegerhorst: gemeinsam eine Planung versuchen

Bei einem Treffen der Bürgermeister legen Fliegerhorst-Anrainer Konflikt bei. Die SZ berichtet: „Nach Unmutsäußerungen aus Emmering und Maisach über Brucker Alleingang setzen die Vertreter von vier Kommunen bei Gesprächen auf Kooperation … Gemeinsam will man Lösungen zu Fragen finden, etwa wie das Größenverhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe sein soll, wie die Erschließung verlaufen soll … nun wolle man nach vorne blicken und versuchen, gemeinsam einen städtebaulichen Wettbewerb zu organisieren … Leise Kritik an der Erweiterung des Kreises ließ der Olchinger Bauamtsleiter Brunnhuber anklingen. Je mehr Beteiligte mit diskutieren, desto länger werde es dauern …“ – Heißt das, je weniger mitreden, desto schneller werden richtige Entscheidungen fallen? Amtsleiter möchten anscheinend auch heute noch lieber „abstempeln“, als mit dem Bürger diskutieren?