Monatsarchiv: Dezember 2017

If You Love This Planet – Atomwaffen ächten!

A beautifully animated short film, „If You Love This Planet“ brings to life Hiroshima survivor of nuclear bombing Setsuko Thurlow’s passionate call to action, on the day that the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons was adopted at the United Nations – 7 July 2017.
Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen ICAN ist eine globale Organisation, die sich bemüht, Menschen auf der ganzen Welt zu mobilisieren, ihre Regierungen zu inspirieren, zu überzeugen und unter Druck zu setzen, Verhandlungen für einen umfassenden Nuklearwaffenverbotsvertrag durchzusetzen. Seitdem die Organisation 2007 gegründet wurde, hat sie weltweit 360 Partnerorganisationen in 93 Ländern dazugewonnen: www.icanw.org
Unterschreiben Sie den Aufruf auf der Webseite www.abruesten.jetzt


So, 10.12., Internationaler Tag der Menschenrechte: „ICAN – Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen“ bekommt an diesem Tag den Friedensnobelpreis 2017. Mehr Infos auf der Seite VERANSTALTUNSKALENDER.

Sparkassenchef verteidigt seine Fusionspläne

Laut Bericht der Brucker SZ vom 1.12.17meint Klaus Knörr, Vorsitzender der öffentlich-rechtlichen Bank in Fürstenfeldbruck, dass jede Zeit neu zu definieren habe, wie eine Sparkasse dem Gemeinwohl diene … Als die Brucker Sparkasse … gegründet wurde, hatte der überwiegende Teil der Bevölkerung, also Arbeiter, Bauern und ärmere Schichten, hier noch gar keinen Zugang zu Banken. Diese waren an solchen Kleinkunden oder Habenichtsen auch nicht interessiert, weil an ihnen nichts zu verdienen war. Schließlich zogen es Privatbanken damals vor, mit den Vermögenden, also mit Kaufleuten, Adeligen, Großgrundbesitzern und Industriellen Geschäfte zu machen … Ausdrücklich bezeichnet Knörr die Gewinnmaximierung, wie sie für marktwirtschaftliche Unternehmen gilt, nicht als das eigentliche Geschäftsziel der Sparkasse. Hier gehe es daher nicht um möglichst hohe Renditen, sagt er, sondern um die Daseinsvorsorge der Bevölkerung … Im Vergleich mit anderen Banken und Sparkassen fallen die Gewinne der Brucker Sparkasse relativ niedrig aus, was von Kritikern als einer der Gründe für die Fusion mit Dachau und Landsberg am Lech angeführt wird … Gewinne muss eine Sparkasse trotzdem machen, um sich Wettbewerb zu behaupten und um wachsen zu können. Letzteres ist laut Knörr nur möglich, wenn die Sparkasse zur Absicherung ihres steigenden Geschäftsumfang über das entsprechende Eigenkapital verfügt. Die einzige Möglichkeit das Eigenkapital zu erhöhen, bestehe darin, den Überschuss aus dem Gewinn diesem Grundstock zuzuführen. Mit dieser Begründung lehnt es die Brucker Sparkasse übrigens ab, einen kleineren Teil ihrer Gewinne an ihre kommunalen Träger für gemeinnützige Zwecke abzuführen, was laut Sparkassengesetz möglich wäre.“
Die Stadträte sind laut Brucker SZ uneins. An ausreichendem Hintergrundwissen mangelt es nach wie vor, zumal die Sparkasse ihr eigens bestelltes Gutachten nach wie vor deckelt. Gröbenzells Zweiter Bürgermeister Martin Runge, ehem. OB-Kandidat für FFB und wieder Landtagskandidat, hält die geplante Sparkassenfusion für falsch, weil eine große Bank ihre „Ur-Kernaufgabe“, nämlich in der Fläche für die Menschen da zu sein und in der Region das kleinere Gewerbe zu unterstützen, kaum noch erfüllen könne.


Obdachlosigkeit nimmt rapide zu – Ratlosigkeit und Verantwortungsblindheit ebenso

Am 1.12.17 berichtet das Brucker Tagblatt vom Streit um anstehende Hilfsmaßnahmen für obdachlos werdende Mitbürger in Olching, deren Zahl steigt: „Obdachlosigkeit hat in Olching rapide zugenommen. 2014 waren es noch 14 Fälle, mit denen die Stadt befasst war. Heuer waren es bis Ende August schon 39. Auch Kinder sind mittlerweile betroffen.“ Als Gründe nennt der Leiter des städtischen Amtes für soziale Angelegenheiten: „Zum einen werde Olchingern wegen Eigenbedarfs die Wohnung gekündigt und sie fänden keinen Ersatz. Zum anderen seien aber auch Menschen aus dem osteuropäischen Raum betroffen, die beim Verlust ihres Jobs auch ihre Wohnung verlieren. Die dritte Gruppe seien anerkannte Flüchtlinge, die ein Dach über den Kopf suchen. Dabei spiele auch der Familiennachzug eine Rolle.“ Die Stadt möge Wohnraum schaffen, heißt es allseits: „Es ist angedacht, dass die Stadt selber Wohnraum anmietet und diesen dann an Obdachlose weitergibt. Die Wohnungen und Häuser könnten auch außerhalb Olchings liegen, denn Wohnraum in der Stadt ist knapp. Eine weitere Möglichkeit: Container, die auf städtischen Grund aufgestellt werden.“ Ersteres kostet viel Geld und daran scheiden sich bekanntlich die Geister. Wer soll, wer kann investieren? Private, Kommunen, Länder, der Staat? Mit letzterem schafft man Ghettos. Armensiedlungen, wie sie anderswo längst zum Stadtbild gehören. Bandenbildung, psychische Schäden und Kriminalität sind vorauszusehen. Damit erhöhen sich die Kosten für die Allgemeinheit, das Gemeinwohl bleibt auf der Strecke. Was sagen die Olchinger Politiker dazu? „Bürgermeister Andreas Magg (SPD) … betonte, er kenne keine Kommune in der Umgebung, die so viele Wohnungen wie Olching anbiete“. Heißt, „wir“ tun schon genug.  Tomas Bauer (CSU): „Wenn wir Unterkünfte schaffen, schaffen wir Anreize, nach Olching zu kommen“. Die Armen sollen anderswo bleiben, ich will sie hier nicht sehen, heißt das. „Für ihn stand fest: Aus finanziellen Gründen müsse niemand seine Wohnung verlieren. Soziale Unterstützungen verhinderten dies.“ Wer seine Wohnung verliert, ist also selber schuld. Und „Andreas Hörl (CSU) hatte vor allem die Unterbringung anerkannter Flüchtlinge im Blick: „Diese Situation habe die Bundesregierung geschaffen“. Schuldige, wohin man blickt. Aber die verantwortlichen Politiker vor Ort wollen keine Verantwortung auf sich nehmen und deshalb so wenig wie möglich tun müssen. Müssen sie aber, daran werden sie nicht vorbei kommen!
Informationen über die Situation im Bund und über Lösungsansätze bietet ein aktuelles Interview mit Matthias Günther (Diplom-Ökonom, leitet seit 2006 das Pestel-Institut in Hannover. Die Themen Wohnen, Nachhaltigkeit und Demografie gehören zu den Forschungsschwerpunkten des Instituts).
Unsere Meldung vom 14.11.17 über den Bericht in der Brucker SZ.

Win-win-Aktionen

Foodsharing: Die Tafeln erhalten Konkurrenz. Aus dem Brucker Tagblatt vom 1.12.17: Unter dem Motto „Zu gut für die Tonne“ hat das AEZ Anfang Oktober in der Buchenau ein Pilot-Projekt gegen unnötige Lebensmittelverschwendung gestartet … Der Supermarkt installierte eine Anlage, in der Lebensmittel am Tag des Erreichens ihres Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) zur kostenlosen Mitnahme angeboten werden. Jetzt können Kunden das Angebot auch in Germering nutzen … nahe des Kassenbereichs im AEZ in den Germeringer-Einkaufs-Passagen (GEP). Die Filiale ist bereits neben denen in Pullach, Dachau, Martinsried und der Buchenau die fünfte, in denen das sogenannte „Foodsharing“ praktiziert wird. „Bis Ostern oder Pfingsten sollen all unsere Märkte damit bestückt sein“, sagt AEZ-Geschäftsführer Udo Klotz.
Konversion als Vermarktung des Fliegerhorstes. Aus dem Brucker Tagblatt vom 1.12.17: BMW-Pläne für Fursty werden konkreter … Mit der Driving Academy ist BMW schon auf dem Gelände vertreten, nun kann sich das Unternehmen vorstellen, noch mehr zu investieren … Nun wird klar, dass die Städte und Gemeinden vor allem große Unternehmen gesucht haben, die Dreh- und Angelpunkt der Konversion sein könnten … Als „gesetzt“ definierte Andreas Ströhle für die BBV-Fraktion weiterhin das Ziel, eine große Anzahl von Wohnungen zu schaffen. Leide der Wohnraum unter einer großflächigen Gewerbeansiedlung, dann könne die BBV dem in Zukunft nicht zustimmen, warnte er. Dasselbe Ziel habe er natürlich auch, sagte Raff: „Da bin ich dahinter.“

Ausbildung zum Morden gestern – Hakenkreuze und Schlagringe heute

„Angeblich eine rechtsextreme Gruppe“!? – Die Brucker SZ berichtete am 30.11.17:Razzia bei vier Mitgliedern der ‚Bavarian Vikings‘ im Landkreis … Ermittlungen gegen Angehörige einer Gruppe namens „Bavarian Vikings“ wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung … Dabei soll es sich angeblich um eine rechtsextreme Gruppe handeln … Der Schwerpunkt der Aktion lag in Niederbayern, allerdings wohnen vier der 21 Beschuldigten in Bruck, Eichenau und Mammendorf … Bei den Beschuldigten seien fünf Hakenkreuzfahnen, ein Abzeichen mit einer Lebensrune und eine Notiz mit einem Hakenkreuz sichergestellt worden, teilte das Ministerium mit … Der Bayerische Rundfunk hatte nach der Razzia berichtet, Ausgangspunkt der Ermittlungen seien Angriffe gegen zwei Somalier Ende vergangenen Jahres im Raum Fürstenfeldbruck gewesen, den Mitglieder der Gruppe begangen haben sollen …“
Aktuelle Medienberichte zum Buch des Gröbenzeller Geschichtswissenschaftlers Sven Deppisch „Täter auf der Schulbank. Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust“ in Fürstenfeldbruck:
Während NS-Zeit: Ordnungshüter als Massenmörder. Nationalsozialismus – Wie Ordnungshüter während der NS-Zeit zu Massenmördern wurden. Eine neue Studie enthüllt die zentrale Rolle der Polizeischule in Fürstenfeldbruck für die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. – Von Peter Bierl in der SZ
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/nationalsozialismus-wie-ordnungshueter-waehrend-der-ns-zeit-zu-massenmoerdern-wurden-1.3763115
Gröbenzeller Historiker enthüllt – „Judenmörder“: Die dunkle Vergangenheit der Brucker Polizeischule. – Von Eva Strauß im Merkur
https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/dunkle-vergangenheit-polizeischule-fuerstenfeldbruck-9385332.html
Die dunkle NS-Vergangenheit einer Polizeischule. Die Polizeihochschule in Fürstenfeldbruck bei München hat einen guten Ruf und eine lange Tradition. Sie hat aber auch eine dunkle Vergangenheit: Sie diente als Kaderschmiede des NS-Regimes. – Von Christian Stücken im BR
https://www.br.de/nachrichten/fuerstenfeldbruck-die-dunkle-ns-vergangenheit-einer-polizeischule-100.html
Historiker enthüllt NS-Vergangenheit der Polizeischule. Für den Judenmord trainiert. – Von Dieter Metzler
https://www.kreisbote.de/lokales/fuerstenfeldbruck/historiker-enthuellt-ns-vergangenheit-brucker-polizeischule-9402907.html

Polizeischule vermittelte „Bandenkampf“und Judenmord. – https://www.pressreader.com/germany/muenchner-merkur/20171124/281797104302407
Fürstenfeldbruck: Die dunkle NS-Vergangenheit einer Polizeischule | Kontrovers | BR-Fernsehen – https://youtu.be/Gx06TJgFdx8
Polizeischulen im Dritten Reich. Die Massenmörder aus Fürstenfeldbruck. ​Ein Historiker hat ein Buch über die Rolle der Hochschule im Dritten Reich geschrieben. – http://www.bild.de/regional/muenchen/fuerstenfeldbruck/polizeischule-ffb-drittes-reich-53945836.bild.html
Das Buch: http://www.tectum-verlag.de/tater-auf-der-schulbank.html
2013 erschien dieses Buch: J. Schröder: „Die Münchner Polizei und der Nationalsozialismus“. Rezensiert von Sven Deppisch, Historisches Seminar, Ludwig-Maximilians-Universität München
https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-21756