Monatsarchiv: August 2017

Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki

Fürstenfeldbrucks beharrliche Mahner für Frieden und Abrüstung gedachten vor der Sparkasse und auf der Kneipp-Insel der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1945. Die Brucker SZ berichtete am 7.8.17: Das alljährliche Erinnern an die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki vor der Brucker Sparkasse ist auch eine Anti-Kriegs-Demo … Dass die Veranstaltung nicht nur an die schrecklichen Folgen der Abwürfe erinnern und zum Protest gegen die Stationierung von Atombomben in Deutschland aufrufen soll, zeigt auch die Rede des Münchener Gewerkschafters Herbert Magnus ((richtiger Name: Markus)). Die Atomwaffen seien nämlich nur die Spitze des Eisberges, so Magnus. Die Gedenkveranstaltung richte sich deshalb auch gegen die Erhöhung von Militärausgaben und Kriegsführung im Allgemeinen. Er rufe die Bundesregierung viel mehr dazu auf, das Geld sinnvoll in Soziales, den Klimaschutz und Entwicklungshilfe investieren.
Gedenken in Hiroshima. Mit einer Schweigeminute haben Tausende Menschen in Hiroshima des Abwurfs der US-Atombombe auf die japanische Großstadt vor 72 Jahren gedacht. An der zentralen Zeremonie am Sonntag morgen nahmen neben Ministerpräsident Shinzo Abe auch Überlebende teil. Die Schweigeminute begann um 8.15 Uhr (Ortszeit) – zu diesem Zeitpunkt hatte der US-Bomber »Enola Gay« damals die erste im Krieg eingesetzte Atombombe abgeworfen. Zehntausende Bewohner waren sofort tot, bis Ende des Jahres 1945 starben schätzungsweise 140.000 Menschen. (Quelle: dpa/jW)

Zum 60. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki: Nur vage eingeweihte Beteiligte an Transport und Einsatz der Atombombe im US-Militär sprachen einfach von dem „Ding“. Bis zum August 1945 gab es auch in der japanischen Sprache kein gebräuchliches Wort. „Manche Japaner“, so schrieb Konrad Lübbert vor zwanzig Jahren, „nennen noch heute die Atombombe die ‚christliche‘ Bombe, weil sie von Christen entwickelt, von Christen gutgeheißen und von Christen eingesetzt wurde.“ Tatsächlich gibt es schon rein äußerlich einige Berechtigung für einen solchen Sprachgebrauch …
Dokumentarist Jürgen Schulz: „Sogar in unserer Stadt gibt es zwei Unternehmen, die einen nicht unerheblichen Anteil ihres Umsatzes mit militärischer Produktion machen“. Der Bericht der Brucker SZ vom 27.3.17 über Schulz‘ Vortrag, den er im März in der Erlöserkirche hielt.

Billiger Fahren mit dem MVV ab 60?

Oder erst mit Renteneintritt oder bei Krankheit oder …? Rechtsanwalt F. reichte Klage ein. Die 60-Jahres-Grenze erscheint ihm willkürlich und nicht gerechtfertigt. Ob der MVV diese Grenze setzen darf, wird ein Amtsgericht klären. Doch das ist relativ unwichtig. Denn es geht nicht um Altersgrenzen, sondern wie immer ums Geld. Hervorgekehrt wird im Disput die finanzielle Motivation des MVV. Vergessen wird die finanzielle Situation der sogenannten Senioren, der Älteren unter uns, die zunehmend von Altersarmut bedroht sind. Und jener, die als sozial Benachteiligte unter der sog. Armutsgrenze leben müssen. Um ihre Lebenssituation geht es, nicht um die des MVV oder eines Rechtsanwalts. Hartz-IV- und Grundsicherungsgesetzgebung verhindern größere Not beim Überlebenskampf. Hartz-IV erweist sich jedoch als ungenügend und arbeitet mit Zwangsmaßnahmen. So wird das Leben zum Hamsterrad, das oft psychische Schäden zur Folge hat (siehe unten). Die Grundsicherung im Alter drangsaliert zwar nicht mit Arbeits- und sogenannten Weiterbildungsmaßnahmen. Sie sperrt ihr Klientel aber in ein unauflösbares Korsett, denn Zuverdienst wird abgezogen und ein Ausweg aus dieser Situation ist im Alter aussichtslos. Sie verurteilt Grundsicherungsbezieher, bis zum Lebensende auf Hartz-IV-Niveau zu leben. Beides sind gnadenlose Gnadenakte unseres sogenannten Sozialstaates. Auch wenn Rechtsanwalt F. mit seiner Klage ein soziales Motiv im Kopf hatte, trifft er die Falschen. Denn helfen kann allein ein MVV-Sozialticket für alle sozial Benachteiligten. Deren Daten sind penibel erfasst und problemlos abrufbar. Ihnen könnte der Landkreis ein Jahresticket ermöglichen, das es ihnen ermöglicht, zum stark ermäßigten Preis mit Bus und Bahn zu fahren. Andere Städte machen es vor. Brucks soziale Ader leidet jedoch an Blutarmut.
Der Bericht zur Klage in der Brucker SZ vom 4.8.17.
Wir berichteten zum Thema „Sozialticket“ bereits am 22.4. und am 9.5.
Ein ergänzender Kommentar unseres Lesers R. H. Ende:
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Fahrrad-Friedensdemo der DFG-VK

Brucker SZ am 4.8.17: Pazifisten demonstrieren vor zwei Brucker Firmen gegen Produktion und Export von Waffen … Die Aktivisten wollen auf das „Rüstungszentrum München“ aufmerksam machen, in dem nach ihrer Rechnung 25 Unternehmen militärische Technologien produzieren. Am Donnerstag waren die rund 25 Friedensradler auf Visite in Fürstenfeldbruck: Ziele waren die Firmen Schleifring und ESG. Vor der Sparkasse gab es zudem eine „Antikriegsperformance“ zu sehen … Die von den USA forcierte Osterweiterung der NATO verfolge nur die wirtschaftlichen Interessen der Herrschenden. So komme es zu einer Eskalationsspirale … Schweigend rollte der Berufsverkehr daran vorbei …
Kurzinterview in der Brucker SZ am 3.8.17: Hiltraut Wurm organisiert Veranstaltung in Fürstenfeldbruck. Gedenken an Atombomben-Tote. Hiltraut Wurm wünscht sich, dass mehr Leute auf die Bedrohung durch Atombomben aufmerksam machen.
Info: Diese Meldung unterstreicht die pazifistische Aktion: „Pentagon will mehr kleinere, taktische Atomwaffen„.
Ankündigung: So, 6.8., 20 Uhr, bei jedem Wetter vor der Sparkasse, Hauptplatz FFB. Gedenkveranstaltung für die Toten der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki. Ansprachen, musikalische und literarische Beiträge. Gang zur Abschlusskundgebung auf die Kneipp-Insel oder bei Regen ins Niebro, Niederbronner Weg. Die Brucker Bevölkerung ist aufgerufen zur Teilnahme mit Transparenten, Fahnen und Kerzen, um vor der wachsenden Kriegsgefahr zu warnen. Veranstalter: Sozialforum Amper und Antikriegs-Initiative Fürstenfeldbruck.

Zuviel Natur verschwindet unter Beton

Meldung der Brucker SZ am 3.8.17: 2013 hatte der Bund Naturschutz im Landkreis mehr als 3000 Unterschriften gesammelt und damit gefordert, weitere Flächen für Straßen, Wohnungen und Gewerbe nur äußerst restriktiv zu vergeben und bei Gewerbegebieten nach gemeindeübergreifenden Lösungen zu suchen. Richtig weitergekommen sei man nicht, sagt Eugenie Scherb, Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz (BN) … die Bodenversiegelung bringt es mit sich, dass der Untergrund Regenwasser nicht oder kaum mehr aufnehmen kann und damit auch das Risiko steigt, dass es bei starken Regenfällen örtlich zu Überschwemmungen kommt … Für Tiere und Pflanzen geht durch die Versiegelung wertvoller Lebensraum verloren und ihre verbleibenden Lebensräume werden zerschnitten … Für Fürstenfeldbruck beträgt der Bodenversiegelungsgrad 20,5 Prozent.
Info: Bayernweit hat die versiegelte Fläche zwischen den Jahren 2000 und 2015 um zirka 670 Quadratkilometer zugenommen. Das entspricht der Größe von Bodensee, Chiemsee und Starnberger See zusammen. Deutschlandweit ist Bayern damit für knapp die Hälfte der Neu-Versiegelung – also neu asphaltierte, betonierte oder bebaute Fläche – verantwortlich. Bayerns Grüne haben dieser Bodenversiegelung nun den Kampf angesagt. Die Landespartei beschloss Ende Juli ein Volksbegehren gegen den Flächenverbrauch zu initiieren – Titel: „Damit Bayern Heimat bleibt – Betonflut eindämmen.“

„Festung Europa, Grenzen dicht – Jeder hasst die Antifa“

Leimpropaganda in Gröbenzell und Dachau: Die AfD lädt zur Propagandastunde ein:Am Fr. den 4.8. kommt erneut die AfD in den Gröbenzeller Bürgersaal. Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen, Zuschauerfragen sind ausdrücklich erwünscht: Redner: Florian Jäger, Martin Hebner, Johannes Huber und Dr. Rainer Kraft“.
Aus Dachau erreichte uns aus Kreisen des „Jugendzentrums Freiraum“ folgender Bericht: In der Nacht von 31.7.17 auf 1.8.17 hatten Aktivisten der völkisch rassistischen „Identitären Bewegung“ (IB) das selbstverwaltete JUZ Freiraum Dachau als Ziel einer größer angelegten Propaganda Aktion. Sie verklebten eine enorme Anzahl von Aufklebern. Allein 180 Stück wurden an das JUZ geklebt, sowie weitere 150 im Stadtgebiet … Die Aufkleber trugen neben Logo und Webadresse der „Identitären“ u.a. Aufschriften wie „Wehr dich es ist dein Land“, „Sichere Grenzen statt Asylwahn“, „Reconquista Viertel für Viertel“, „Heimatverliebt“, „Jeder hasst die Antifa“, „Der Antifa eine kleben“ oder einfach nur „Identitäre Bewegung“. In der Theodor Heuss Straße wurden acht DIN A 2 Plakate mit der Aufschrift „Festung Europa, Grenzen dicht“ an eine noch leerstehende Tafel für Wahlplakate getackert. Ebenfalls verklebt wurden Sticker der neurechten Kampagne „Ein Prozent“, einem Gemeinschaftsprojekt der Neuen Rechten. Initiiert wurde die Kampagne vom Vordenker der Neuen Rechten Götz Kubitschek, dem Herausgeber des rassistischen Magazins „Compact“ Jürgen Elsässer und dem Burschenschafter Philip Stein. Getragen wird sie auch von der „Identitären Bewegung“ sowie Gliederungen der „Alternative für Deutschland“ … Seit Februar tauchen einzelne Aufkleber und Propaganda der IB in Dachau Süd im Gebiet zwischen Münchner Straße und Hermann Stockmann Straße auf. In den Folgemonaten auch im restlichen Stadtgebiet, mit einer Steigerung der Vorkommnisse. Eine erste großflächige Aktion samt Sprüherei am Dachauer Bahnhof fand nach einer Veranstaltung der AfD Dachau am 31.5.17 statt. Der Ortsvorsitzende der Dachauer AfD sowie mehrere Mitglieder der Ortsverbandes sympathisieren mit der IB. Seit Juni ist eine Häufung zu beobachten. Das Ignaz Taschner Gymnasium wird regelmäßig mit IB Stickern beklebt … Hauptsächliches Ziel bzw. auserkorene Gegnerin ist in Dachau „die Antifa“. Dabei dürfte lokalen IB Aktivisten sauer aufstoßen, dass ihre Propaganda umgehend entfernt wird. Aus Mangel an Kenntnissen wurde nun das selbstverwaltete JUZ, welches sich seit über zehn Jahren gegen Rassismus engagiert, ihr Ziel. Dabei zeigt die Gruppierung deutlich, dass ihre durchaus nicht ungeschickte mediale Außendarstellung reine Fassade einer völkisch rassistischen Ideologie ist. Der von ihnen propagierte Ethnopluralismus und das Gefasel über die eigene Identität ist nur eine andere Bezeichnung für rassenbiologisches Denken. Dabei gehen die „Identitären“ nicht nur in Worten aggressiv zur Sache, wie körperliche Übergriffe mit Hieb- und Stichwaffen in Graz bzw. Lübeck beweisen. Der Wortführer der österreichischen IB Martin Sellner schoss zuletzt in Wien mit einer Schreckschusswaffe auf Antifaschist_innen. Auch ihre versuchten Aktivitäten gegen Flüchtlinge im Mittelmeer zeugen davon, dass die menschenverachtenden Ideologie der IB in der Praxis über reine Selbstinszenierung hinaus geht. Die „Identitären“ sind … eindeutig in der extremen Rechten zu verorten. Ihre meist männlichen Protagonisten stammen aus Neonaziorganisationen oder völkischen Jugendbünden. In München sind Mitglieder der extrem rechten Burschenschaft Danubia in der IB aktiv …