Monatsarchiv: Juni 2017

Verfehlungen im Schlachthof dokumentiert

Aus dem Bericht der Brucker SZ vom 8.6.17: Im Zuge des Schlachthof-Skandals hat das Landratsamt Fürstenfeldbruck eine Liste von Verstößen gegen das Tierschutzrecht zusammengetragen. Sie reicht bis ins Jahr 2012 zurück … Diese dokumentierten Mängel betreffen Aspekte, die auch von der Soko Tierschutz kritisiert werden. Aufgeführt ist in den Unterlagen außerdem, dass Mitarbeiter des Schlachthofs immer wieder belehrt und geschult worden seien … Die Angaben aus den Jahren 2012 bis 2015 stammen von dem amtlichen Tierarzt eines privaten Unternehmens, das vom Landratsamt mit den Kontrollen beauftragt wurde. Die Mängel aus dem Jahr 2014 hat das Veterinäramt festgestellt. 2012 und 2013 hat die Behörde selbst keine eigenen tierschutzrechtlichen Kontrollen vorgenommen … auf Nachfragen des Landratsamts vom 11. Mai 2017 … geht hervor, dass der amtliche Tierarzt bei den Schlachttagen stets anwesend war.

Alexandrinische Bibliothek des 21. Jahrhunderts

Die Brucker SZ berichtet: Ladislaus Scholtes … war zu Gast im Bürgerpavillon Fürstenfeldbruck und berichtete im Rahmen des vom Sozialforum und Kulturraum organisierten Videoworkshops von seiner Tätigkeit als Deutschland-Chef von „SlidesLive“ … bietet … Unternehmen und Konferenzveranstaltern an, die Redner mit eigenen Kamerateams zu filmen und hochqualitative Videos ihrer Vorträge auf dem Portal hochzuladen. Diese sind anschließend für jeden kostenfrei einsehbar. Mithilfe zweier Investoren konnte die junge Website weiter expandieren und bietet mittlerweile mehr als 10 000 Präsentationen an … sollen „Kooperationen mit Lehrstühlen und Unterstützung von Non-Profit Organisationen, die sich die Aufzeichnung nicht leisten können“ weiterhin dafür sorgen, dass „SlidesLive“ ein Portal für kritische Meinungen und frei zugängliches Wissen bleibt … Auch bei den anwesenden Gästen im Bürgerpavillon stieß das Konzept „SlidesLives“ auf überwiegend positive Resonanzen, auch wenn es nach Scholtes‘ Präsentation eine Menge Diskussionsstoff gab … Nicht umsonst lautet das ambitionierte Motto von „SlidesLive“: „Alexandrinische Bibliothek des 21. Jahrhunderts …“ Mit einem Unterschied: „Sie ist unzerstörbar.“ – Der ganze Bericht in der Brucker SZ vom 6. Juni 2017.

Tierwohl: Gut behandeln, dann todstreicheln oder auf Fleisch verzichten?

Aus dem Bericht der Brucker SZ vom 3.6.17: Nach dem Hickhack mit Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) konnte die Soko Tierschutz nun am Freitagnachmittag ihre Kundgebung gegen den Brucker Schlachthof auf dem Geschwister-Scholl-Platz abhalten … Ein ((Besucher)) findet die Vorfälle zwar schlimm, lehnt aber die Haltung der Soko Tierschutz ab, die als Tierrechtler und Veganer eine Wiedereröffnung des Schlachthofs ablehnen … Demnächst wird die Gruppe Unterschriften für eine Petition an das Landratsamt sammeln, in der eine lückenlose Aufklärung der Brucker Vorfälle und eine harte Bestrafung der Verantwortlichen samt Tierhaltungsverbot verlangt wird. Außerdem fordert die Soko Tierschutz darin für die Zukunft eine öffentlich einsehbare Videoüberwachung der Schlachtvorgänge …
CSU wiegelt ab –
Augsburg.tv berichtet in einem Kurzvideobeitrag: „Wie können Schlachthöfe besser kontrolliert werden? Wenn man die Berichte über manche Schlachthöfe – auch in unserer Region- liest, macht das wütend. Schweine wurden zum Beispiel unzureichend betäubt unter großen Schmerzen geschlachtet. Mancher wünscht sich deshalb schärfere Kontrollen. Die CSU will auch eine neue Behörde einführen, scheint damit aber keine große Eile zu haben. Die Opposition findet das skandalös.“
Bundespolitik: Neues Gesetz gegen Missstände in Schlachthöfen.
Ein neues Gesetz soll schlechte Arbeitsbedingungen in deutschen Schlachthöfen eindämmen. Viele osteuropäische Arbeitnehmer werden in deutschen Schlachthöfen zu mitunter miserablen Bedingungen beschäftigt. Nach der Neuregelung müssen große Konzerne künftig für die Machenschaften ihrer Subunternehmer haften. Die Arbeitszeiten sollen Tag für Tag genau aufgeschrieben und vom Lohn darf nichts mehr unerlaubterweise abgezogen werden.
Schweinerei Landwirtschaft – Ausschnitt aus „Mann, Sieber!“ vom 6. Juni 2017.

„Tierhaltungswende“ statt „Initiative Tierwohl“

foodwatch e.V. ruft auf: Die „Initiative Tierwohl“, in der sich alle großen deutschen Handelsketten zusammengeschlossen haben, ist ein schlechter PR-Gag. Aldi, Edeka, Rewe und Co. wollen damit von ihrer Verantwortung für die inakzeptablen Lebensbedingungen der Nutztiere ablenken. Mit vorwiegend kosmetischen Maßnahmen können die Lebensbedingungen für die Tiere nicht substantiell verbessert werden. Den Landwirten wird nicht annähernd genügend Geld ausgezahlt, um eine nachweislich tiergerechte Haltung zu erreichen. Und eine gute Tiergesundheit streben sie erst gar nicht an. Es ist an der Zeit, dass sich politisch etwas tut! Millionen Nutztiere dürfen nicht länger krank gemacht werden! In Zukunft darf kein Tierprodukt mehr in den Handel kommen, das nicht tiergerecht erzeugt wurde! Unterstütze jetzt die Forderung der Verbraucherorganisation foodwatch nach einer echten Wende in der Tierhaltung und unterzeichne die entsprechende Protestaktion an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.
Weiterführende Infos: Jedes vierte Tierprodukt stammt von einem kranken Tier.
foodwatch fordert eine Tierhaltungswende. Eine möglichst tiergerechte Haltungsform muss Mindeststandard werden. Die EU muss erstmals Zielvorgaben für die Tiergesundheit in jedem Betrieb vorschreiben. Das Kontrollsystem muss effizient und transparent werden. Verstöße werden konsequent geahndet: Hält ein Betrieb die Input- und Output-Vorgaben dauerhaft nicht ein, darf er seine Produkte nicht vermarkten. Tierhaltungswende jetzt!

Wissenschaftler des Centrums für Bioethik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster haben die ethischen Aspekte des Umgangs mit Nutztieren untersucht. Die Ergebnisse sind in der Studie „Tiere in der Lebensmittelproduktion“ zusammengefasst. Im Folgenden gibt foodwatch die Zusammenfassung der Studie wieder, die ausführliche Studie können Sie als PDF-Dokument herunterladen. Nähere Infos.

Gebührenfrei demonstrieren untersagt?

Die Soko Tierschutz meldete für den 2.6. eine Kundgebung am Geschwister-Scholl-Platz an.
Landratsamt FFB: „Die Kundgebung muss nicht genehmigt, sondern nur angezeigt werden, denn wir haben Demonstrationsfreiheit.“ (SZ)
Christian Kieser, der Justitiar der Stadt: Es handelt sich … um städtische Grundstücke, die zwar nicht öffentlich gewidmet, aber öffentlich zugänglich sind. (SZ)
OB Erich Raff: Er werde … veranlassen, dass hausintern eine Satzung ausgearbeitet wird, in der die Gebühren festgelegt sind. (SZ)
Brucker SZ vom 31.5.17: Politische Kundgebungen auf solchen Flächen muss deshalb das Liegenschaftsamt auf privatrechtlicher Basis erlauben, allerdings kann eine Kommune dabei nicht willkürlich agieren wie ein privater Grundeigentümer … Anders steht es um öffentlich gewidmete Verkehrsflächen wie Gehsteige, Radwege und Straßen. Das Versammlungsrecht gilt dort uneingeschränkt, kann aber mit Auflagen versehen werden. In Bruck gibt es für solche Flächen laut Kieser sogar eine Gebührensatzung, allerdings ist die eher für kommerzielle Werbeträger oder die Bestuhlung der Gehsteige durch Gastronomen gedacht.
Aus der Brucker SZ vom 1.6.17: CSU lehnt Aufklärung ab: Der SPD-Landtagsabgeordnete Herbert Kränzlein hat am Donnerstag im Ausschuss für Umwelt- und Verbraucherschutz einen Bericht über die Affäre beantragt, den die CSU gegen die Stimmen der Opposition ablehnte … In der gleichen Sitzung habe die CSU sämtliche Anträge von Freien Wählern, Grünen und SPD abgelehnt, sich mit der Situation der Schlachthöfe in ganz Bayern und verbesserten Kontrollen zu beschäftigen … Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt derzeit gegen fünf Verantwortliche, gegen die Strafanzeigen vorliegen. Dazu auch die Meldung im Brucker Tagblatt vom 2.6.17.