Monatsarchiv: April 2017

Das Meer ertrinkt im Plastikmüll

Am 6.4. veranstalten Sozialforum Amper und des Bündnis FFB im Wandel den Infoabend „Das Meer ertrinkt im Plastikmüll. Der Umwelt-Preisträger Günther Bonin aus Germering will das verhindern“. Dazu hieß es: In den Weltmeeren treiben riesige Mengen Plastikabfall. Verschiedene Techniken sollen diesen schwimmenden Müll wieder einsammeln. Günther Bonin, Gründer und Entrepreneur, kommt nach Bruck und stellt sein Vorhaben vor zur Diskussion: „Wir sind Menschen, die eine saubere Zukunft aktiv gestalten wollen. Unser Ziel ist es, die Weltmeere von Plastikmüll, Ölen und Chemikalien zu befreien.“ Anhand des Forschungs-, Reinigungs- und Auklärungsschiffs „Die Seekuh“ erklärt er seine Strategie der maritimen Sammlung, Analyse und Verwertung von Plastik-müll. Kann das Projekt der weltweit operierenden und gemeinnützigen Umweltorganisation ONE EARTH – ONE OCEAN e.V. funktionieren? 2013 wurde sein Konzept der maritimen Müllabfuhr mit dem renommierten GreenTec Award 2013, Europas größtem Umwelt- und Wirtschaftspreis, ausgezeichnet. Ende letzten Jahres wurde der 12 x 10 Meter große und knapp sechs Tonnen schwere Spezialkatamaran SEEKUH, das für den küstennahen Einsatz konzipierte Müllsammelschiff, für den Bundespreis ecodesign 2016 des Bundesumweltministeriums nominiert.
Über den Infoabend erschien ein SZ-Bericht, mit der Überschrift „Aus einem ‚Seehamster‘ einen Elefanten machen. Bei einem Vortrag erzählt Günther Bonin von seinem Plänen, die Meere vom Plastik zu reinigen – mit einem neuen Schiff“.

Reform der MVV-Tarife …

… „fällt bescheidener aus als erhofft. Im Brucker Kreistag wurde jetzt Kritik an den Zwischenergebnissen der Arbeitsgruppe aus Vertretern von Bahn, MVV, MVG, Landeshauptstadt und Landkreisen laut.“ Das „Brucker Tagblatt“ (Merkur) berichtet am 21.4.17: Es geht um „eine Modernisierung des Tarifsystems. Stand der Debatte ist ein einheitliches Acht-Zonen-Modell für Bartarif und Zeitkarten. Es soll einige der viel kritisierten großen Tarifsprünge abfedern.“ Heraus kam anscheinend nichts wesentlich Neues. Interessant sind zwei Nebensätze im Bericht. Der erste: „Auch ein Sozialticket wird geprüft.“ Hat sich da eine Forderung herumgesprochen, die seit längerer Zeit von sozialen Gruppen in Bruck vorgetragen wurde? Und jüngst in unserem „1. Kommunalpolitischen Gesprächskreis“ wiederholt wurde – siehe hier. Man staunt: Da traut sich der Kreistag aber mal was !? Der zweite Nebensatz: „Und für Peter Falk (SPD) fehlte bei den geprüften Optionen das einfachste und attraktivste System: Der Nulltarif für Busse und Bahnen.“ Tatsächlich, so etwas gibt es und es bewährt sich, wenn man es richtig macht – siehe Überblick auf „Zukunft Mobilität“ und das Beispiel Tallinn. Man staunt: Da traut sich die SPD aber mal was!? Nebengedanken, die ungehört verhallen? Oder Gedanken, die endlich einmal ernsthaft recherchiert und mit Nachdruck diskutiert werden?

Heimat Bayern – Ausverkauf der bayerischen Kulturlandschaft?

„In Bayern werden täglich 13,1 Hektar landwirtschaftlicher Fläche, Landschaft und Natur in Verkehrs- und Siedlungsfläche umgewandelt. Dieser Wert stammt aus dem Jahr 2015 – gegenüber 2014 bedeutet das eine Steigerung um 21 Prozent. Wie lange soll das noch so weitergehen, gibt es eine Grenze für immer neue Flächenausweisungen? Kommunalpolitiker, die zumeist reflexartig auf unverzichtbare Gewerbesteuereinnahmen und angebliche Schaffung von Arbeitsplätzen verweisen, sind hier vor wichtige Fragen gestellt …“ Beispiele aus dem Landkreis Traunstein beleuchtet ein Artikel der Online-Zeitung „gradraus.de“. „Ist es richtig und unvermeidbar, alle Ortseingänge mit Hallen und Discountern zu bebauen? Kann man hier von bewusster Ortsgestaltung sprechen? Oder folgen Kommunalpolitiker dem Diktat von Investoren und Profiteuren? Eine Urlauberin, eben aus Kroatien zurückgekehrt, berichtet von ihren Urlaubseindrücken: Überall dieselben Lebensmittelmärkte und Drogerieketten wie daheim. Urlaubsziel und Heimatort werden uniform. Der Expansionsdrang der Konzerne lässt sich anscheinend nicht aufhalten. Ob multinationale Konzerne oder heimischer Betrieb – der Flächenbedarf steigt unaufhörlich.“
Über den unmäßigen Flächenverbrauch versucht der Bund Naturschutz seit langer Zeit sein Veto einzulegen.
Zum Artikel auf gradraus.de.
Zur Seite des BN mit Positionen zum Siedlungsdruck, Landverbrauch und der Gewerbegebietsentwicklung – mit positiven Beispielen.
Auch im Brucker Land ist der Mittelstand bedroht, (mehr …)

BN: Sechs Fragen an die OB-Kandidaten

Der Bund Naturschutz, Ortsgruppe FFB, stellte den OB-Kandidaten sechs Fragen. Nur drei haben geantwortet. Die Antworten sind der Presse übergeben worden und stehen der Öffentlichkeit zur Einsicht und Beurteilung zur Verfügung. Die Fragen lauten: Befürworten Sie die Einrichtung eines Umwelt-Beirats? Wie wollen Sie der Thematik „Versiegelung der Böden“ Rechnung tragen bei einer gleichzeitigen voranschreitenden Siedlungsentwicklung von Fürstenfeldbruck? Wären Sie bereit, das Abkommen zur Biodiversität zu unterzeichnen und welche konkreten Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die Artenvielfalt in unserer Stadt zu schützen und zu erhöhen? Wie wollen Sie mit der Problematik der Baumfällungen umgehen und halten Sie die Einführung einer Baumschutz-Verordnung für angebracht? Wie wollen Sie das Ziel der Reduzierung der CO2-Emissionen um 35 % samt PKW-Reduzierung bis 2020 erreichen, und mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie vor allem die Verkehrsprobleme in der Innenstadt lösen? Was wollen Sie für die deutliche Verbesserung des S4-Angebots tun?
Die Übersicht mit Wertung der Antworten durch den BN ist hier einseh- und runterladbar.

Zweifel an der Fusion / Sparkassen-Derivate / neue Anträge

In einer aktuellen Stellungnahme des OB-Kandidaten Martin Runge (BBV/GRÜNE) zum SZ-Bericht vom 11.4. heißt es: » Auf unseren Antrag hin wurde die anvisierte Sparkassenfusion am 27. März in der Sitzung des Kreisausschusses und am 6. April in der Sitzung des Kreistages thematisiert … Nicht (noch nicht?) eingegangen wurde dabei auf Fragen nach den Gründen für die eklatanten Unterschiede bei Jahresüberschuss und Kernkapitalquote der drei Fusionsaspiranten sowie nach dem außergewöhnlich hohen Bestand an Derivaten bei der Sparkasse Fürstenfeldbruck, nach deren aktuell sehr hohem negativen Zeitwert sowie den darin möglicherweise schlummernden Risiken. Auf die Frage, wie sich der im Falle einer Fusion der drei Sparkassen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg-Dießen doch recht große Gebietsumgriff mit den Aufgaben von Sparkassen, die eher auf räumlich begrenzte „Bedienungsgebiete“ abstellen, vertragen würde, antwortete Klaus Knörr folgendermaßen: „Wir wollen so groß werden wie nötig und so klein bleiben wie möglich.“ Von daher ist die Überschrift in der Fürstenfeldbrucker SZ zum Bericht über die letzte Kreistagssitzung, „Sparkasse hält an Fusion fest“, vielleicht doch nicht für bare Münze zu nehmen. Schließlich wurde und wird ja stets von allen Seiten betont, das Thema Sparkassenfusion würde ergebnisoffen diskutiert. Noch vor der Sommerpause soll sich der Kreistag in Anwesenheit des Sparkassenvorstands ein weiteres Mal mit der Thematik Sparkassenfusion befassen. Wir haben mittlerweile in einem zweiten Antrag ein umfangreiches Fragenpaket zusammengestellt, weitere Anträge und Anfragen werden folgen. Neben der möglichen Fusion gibt es ein zweites wichtiges Thema, das unseres Erachtens der Behandlung lohnt: es gilt zu hinterfragen, ob nicht ein Teil der Überschüsse der Sparkasse an deren beiden Träger, Stadt und Landkreis Fürstenfeldbruck, ausgeschüttet werden soll. «
Die ganze Stellungnahme von Dr. Runge und der erwähnte zweite Antrag.

Beifall für Geheimniskrämerei

Banken Sparkasse hält an Fusion fest. Bankchef Klaus Knörr berichtet dem Kreistag über die Verhandlungen mit Partnern in Dachau und Landsberg und versichert, dass die Politiker das letzte Wort haben werden. Sollten die Gespräche scheitern, gibt es Alternativen … „Wir erwägen auch andere Optionen“, sagte der Landrat, ohne die weiteren möglichen Partner zu nennen … Um keine Geschäftsgeheimnisse preiszugeben, wollte sich der Vorstandssprecher nicht zum Inhalt der ergebnisoffen geführten Gespräche äußern … Die Kernfrage nach der optimalen Betriebsgröße eines auf dem Gebiet mehrerer Landkreise tätigen öffentlichrechtlichen Geldinstituts beantwortete der Banker fast so sibyllinisch wie das Orakel von Delphi. „So groß werden wie möglich, so klein bleiben wie möglich“ … Laut Landrat Karmasin gibt es einen „simplen Grund“, weshalb die Brucker Bank nicht die möglichen Partner schlucken wird. Nur wollte er dieses Hintergrundwissen nicht öffentlich breittreten … So werden Mitte dieses Jahres sechs Geschäftsstellen geschlossen und auf Selbstbedienung umgestellt. Langfristig soll die Zahl der Mitarbeiter um 50 sinken, ohne dass es jedoch zu betriebsbedingten Kündigungen kommt … Knörr … erntete … Applaus …“.
Der ganze Bericht der SZ vom 11. April 2017.

„One Earth – One Ocean“ sammelt Meer-Plastik-Müll

Der Einleitungsbeitrag auf dem Infoabend des Sozialforum Amper über „Das Meer ertrinkt im Plastikmüll – Günther Bonin will das verhindern“: Günther Bonin aus Germering hat sich dem Problembereich Plastik-Müll angenommen, einem Kunst-Stoff, den wir Plastik nennen. Setzt man die zwei betonten Wortteile zusammen, ergeben sie das Wort Kunstmüll. Dabei handelt es sich leider nicht um Kunst, sondern um eine künstliche Sorte von Müll, die teilweise Jahrhunderte braucht, um sich abzubauen und damit unschädlich für die Umwelt zu werden. Hersteller des für unser Leben so praktisch gewordenen und fast nicht mehr wegzudenkenden Kunstmülls ist die Plastikindustrie, die man auch Kunstmüllindustrie nennen kann. Sie gehört wie die Automobilindustrie längst zu den sog. systemrelevanten Unternehmungen. Gehen sie pleite, steht die Bundesrepublik ökonomisch auf der Kippe. Das ist der Grund, weshalb Autos auf Teufel komm raus verkauft werden müssen und Plastikware ohne Rücksicht auf ökologische Folgen produziert werden muss. … (Fortsetzung des Berichts mit Info-Links >)(mehr …)

Demo der Naturschützer

Demo beim Besuch des bayerischen Heimatministers Markus Söder (CSU) am Donnerstagabend vor dem Bierzelt in Puchheim … Markus Söder ignoriert beim Auftritt auf dem Volksfest die Demo der Naturschützer gegen seine Umweltpolitik … Der Bund Naturschutz kritisiert, dass das bayerische Kabinett auf Initiative Söders den Landesentwicklungsplan (LEP) so geändert hat, dass die Ausweisung von Gewerbegebieten im Außenbereich leichter wird … Der LEP ((dieses Anbindungsgebot sieht vor, dass Gewerbegebiete direkt an den Orten gebaut werden müssen und nicht auf der grünen Wiese)) sollte „kommunalen Kannibalismus“ bremsen, jetzt sorge Söder für eine Deregulierung und verstärke damit den Flächenfraß. Der Bund Naturschutz appelliert deshalb an den Landtag, dieser Fortschreibung des LEP nicht zuzustimmen … Söder sprach auf dem Volksfest auf Einladung des Puchheimer Bürgermeisters Norbert Seidl (SPD) … Der Puchheimer Bürgermeister begrüßte die Kundgebung der Umweltschützer. „Die Natur ist begrenzt und muss vorsichtig behandelt werden“ … Der Bericht der SZ.

Informationsfreiheitssatzung

Rathaus soll transparenter werden. Die Stadt will die Brucker künftig besser informieren. Deshalb wünscht sich Bürgerbeteiligungs-Referent Andreas Ströhle eine so genannte Informationsfreiheitssatzung. Alle Fraktionen sind dafür, doch die fehlende Rechtssicherheit macht Probleme … Was wird von Haus aus veröffentlicht und was nur auf Anfrage? Und wie ausführlich werden Dokumente sein, welche die Stadt freigibt, zum Beispiel Protokolle der Stadtratssitzungen? … sagte Ströhle, ein Stadtrat müsse auch mal mit Kritik von Außen zurecht kommen, zum Beispiel wenn ein Bürger eine Entscheidung nicht richtig findet. Der Bericht zur Informationsfreiheitssatzung.