Fakten und Hintergründe zum Amazon-Deal von „Brucker Land“

Rudolf H. Ende, Vorsitzender und Initiator des „Paradiesgarten Brandenberg, Verein für sozial-ökologischen Garten- und Ackerbau e.V.“ (Web: http://paradiesgarten-brandenberg.de sowie https://paradiesgartenbrandenberg.wordpress.com) und Mitstreiter gegen konkurrenzlose Großkonzerne und deren marktwirtschaftlichen Daten- und Machtmissbrauch sowie für eine sozial-ökologisch faire, regionale (Land-)Wirtschaft und den Erhalt unserer Lebensgrundlagen steuert Fakten und Hintergründe zum Amazon-Deal von „Brucker Land“ bei und wertet sie wie folgt:
Die massive Verletzung der eigenen Werte und Ziele durch die Kooperation der UNSER LAND GmbH mit Amazon kommt einem Skandal gleich. Unser gemeinsames, jahrelanges Engagement wird dadurch konterkariert. Ich wurde durch den Bericht der SZ (Link siehe nebenstehende Spalte) auf diesen Vorgang aufmerksam, der eine mutige, sehr anerkennens- und unterstützungswerte erste Reaktion eines betroffenen Bäckers aus Fürstenfeldbruck aufgreift.
Die Firma UNSER LAND GmbH, hat als Geschäftszweck die Regionalvermarktung land- und forstwirtschaftlicher Produkte angegeben (registriert im Handelsregister beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 132133). Die Haupttätigkeit liegt im Bereich Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln. Das Domizil befindet sich in Olching, Landkreis Fürstenfeldbruck, Schloßstr. 169, 82140 Olching-Esting. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 13. Juli 2000. Mit der Geschäftsführung ist derzeit Julia Seiltz (Tel. 08142-65443-0) beauftragt.
Auf der Webseite (http://www.unserland.info/) sind folgende Aussagen nachzulesen: „UNSER LAND hat ein klares Ziel! Die Arbeit des Netzwerkes dient dem Erhalt der Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region. Dies wird durch umfassende Verbraucherinformation, Projektarbeit und mit den Lebensmitteln als Botschafter der Idee erreicht. Hier finden Sie unsere zusammengefasste Information mit Historie (PDF) und der allgemeinen Pressemitteilung (PDF) über das Netzwerk UNSER LAND.“
An anderer Stelle heißt es auf der Webseite unter der Überschrift „Ideen und Ziele: Wir machen das Ziel – die Erhaltung der Lebensgrundlagen – im wahrsten Sinne des Wortes „schmackhaft“: Zu den natürlichen Lebensgrundlagen zählen wir Wasser, Erde, Luft und Energie. Ebenso wichtig sind uns aber auch qualifizierte Arbeitsplätze, menschennahe Versorgungsstrukturen für das tägliche Leben sowie eine lebens- und liebenswerte Kulturlandschaft. Das Netzwerk UNSER LAND bietet dazu ein vielseitiges Angebot an regionalen Lebensmitteln aus den beteiligten Landkreisen. So wird beispielsweise unser tägliches Brot oder das Glas Milch zum Träger dieser Idee und lässt uns mit gutem Gefühl genießen. Der Weg vom Erzeuger über den Verarbeiter bis hin zum Verbraucher ist ehrlich und nachvollziehbar, die Erzeugnisse sind gut für Mensch und Natur. Unsere Erzeuger erhalten einen fairen Preis. Faire Preise sichern Existenzen, stärken die Region und die Vielfalt unserer Heimat. Durch unser alltägliches Verhalten gestalten wir unsere Lebensgrundlagen. Deshalb wollen wir allen VerbraucherInnen die Möglichkeit bieten, durch die Wahl ihrer Lebensmittel zum Schutz dieser Lebensgrundlagen entscheidend beizutragen …“

Am 3.7.2017 heißt es noch auf der eigenen Webseite: „AG BIO Regional Fair erkundet das Fairhandelshaus. Seit über zehn Jahren trifft sich die Arbeitsgemeinschaft bio regional fair. Vom Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. in die Welt gerufen, treffen sich hier verschiedene Initiativen, Organisationen und Gruppen, die sich in den genannten Bereichen engagieren.  Gemeinsames Engagement und reger Austausch kennzeichnen die Arbeitsgemeinschaft. Auch der Dachverein UNSER LAND e.V. ist seit Gründung der AG Mitglied. Die regelmäßigen Treffen erweitern auch das Bewusstsein und Wissen aller Teilnehmer. Anfang Juli lud das Fairhandelshaus in Amperpettenbach die Arbeitsgemeinschaft zu sich ein. Johanna Schiller berichtete über die Entwicklung des fairen Groß- und Einzelhandels seit Gründung des Fairhandelshauses. Bei einer Führung erklärte sie die Abläufe, Lagerhaltung, aber insbesondere auch die Grundlagen und Herausforderungen des Fairen Handels …“. Ebenso am 2.2.2017: „Anerkennung als Werte-Botschafter für die Solidargemeinschaften im Netzwerk UNSER LAND. UNSER LAND tritt an, die Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen in der Region zu erhalten. Umso wichtiger ist es, nachfolgende Generationen für den unschätzbaren Wert dieser Idee zu sensibilisieren …“
Wie sich alle diese Aussagen mit dem offensichtlich geheimgehaltenen konkreten Handeln der UNSER LAND GmbH verträgt, ist nicht nachvollziehbar und erklärungsbedürftig. Auf der Webseite findet sich jedenfalls bis heute kein Hinweis auf den Vertragsabschluss mit Amazon.
Meine und die gut begründete Forderung vieler weiterer Aktivist*innen lautet: Die Kooperation mit dem Handelsriesen Amazon muss schnellstens beendet werden, wenn die Glaubwürdigkeit der jahrelang öffentlich vertretenen Werte und Ziele des Netzwerks „UNSER LAND“ wiederhergestellt und weiterer Schaden abgewendet werden soll. Alle bisherigen positiven Errungenschaften in unserer Region, wie z.B. die Solidargemeinschaften in den umliegenden Landkreisen wie auch die Aktionen „Solidarische Landwirtschaft“, sind durch die Handlungsweise von „UNSER LAND“ in Gefahr gebracht worden. Wir setzen uns weiterhin und jetzt erst recht ein für fairen, regionalen Handel ohne Großkonzerne, den Schutz der berechtigten Interessen der Produzenten (Gärtnereien und bäuerliche Familienbetriebe usw.), der mittelständischen und kleinen Handwerker (Bäcker und Metzger etc.) und Geschäftsleute (Naturkosthandel, Bioläden, Dorfläden, Bauernmarkt, Gaststätten usf.) sowie der ökologisch bewussten Verbraucher*innen und für faire Arbeitnehmerrechte. Das verstehen wir unter Solidarität und Regionalität sowie Einsatz zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen.

Die Bequemlichkeitsoffensive des Amazon-Konzerns für uninformierte Verbraucher*innen darf keinen Erfolg haben. Auf der Webseite der „Aktion Agrar“ (https://www.aktion-agrar.de/amazon/ bzw. https://www.aktion-agrar.de/ohne-amazon/) sind unter dem Motto „Essen ohne Amazon – konzernfrei, vielfältig, selbstbestimmt.“ viele gute Argumente und zu erwartende, unvermeidliche negative Folgen nachzulesen, die gegen eine Handels- und jegliche Geschäftsverbindung mit dem Onlinehandelsriesen Amazon sprechen. Dort können alle Gleichgesinnten die gerade laufende Kampagne gegen den Lebensmittel-Lieferdienst „Amazon fresh“ online unterzeichnen.